Langerwehe: Zukunft des Töpfereimuseums weiterhin ungewiss

Diskussionen : Wer übernimmt die Trägerschaft des Töpfereimuseums?

Wird die Gemeinde Langerwehe zum 1. Januar 2019 die Trägerschaft für das Töpfereimuseum abgeben? Vermutlich eher nicht.

Zwar hatten die Kommunalpolitiker bereits im Frühjahr entschieden, dass Museumsverein und Förderkreis die Trägerschaft mit Beginn des neuen Jahres übernehmen sollen, jetzt gibt es aber erneut Diskussionen.

Die Verantwortlichen wollen zwar versuchen, den ambitionierten Zeitplan einzuhalten, es sind aber längst nicht alle Punkte geklärt: Will die Gemeinde die komplette Betriebsträgerschaft abgeben? Kann der jährliche Zuschuss in Höhe von 30 000 Euro, mit dem der Kreis das Museum unterstützt, auch an einen Verein gezahlt werden?

Oder vermarktet die Gemeinde das Museum in Zukunft besser selbst und vermietet lediglich die Töpferwerkstatt an die beiden Museumsvereine, damit das museumspädagogische Programm fortgesetzt werden kann? Viele Fragen, die alle noch in diesem Jahr beantwortet werden sollen. Zunächst vom Kulturausschuss am Mittwoch 12. Dezember (18 Uhr, Rathaus) und einen Tag später vom Rat (Donnerstag, 13. Dezember, 18 Uhr, Bürgerhaus Pier).

SInkt das Stimmungsbarometer?

In einem Punkt sind sich Politik und Verwaltung einig: Das Töpfereimuseum soll erhalten bleiben. Gleichzeitig muss die Gemeinde im Haushaltssicherungskonzept aber sparen, um 2021 den Haushaltsausgleich zu schaffen. Ansonsten könnte ein externer „Sparkommissar“ von der Kommunalaufsicht eingesetzt werden, um die Finanzen auf Vordermann zu bringen. Das alles ist nicht neu.

Schon vor zwei Jahren hatte die CDU die Verwaltung aufgefordert, gemeindliche Einrichtungen wie Europaschule, Museum, Gemeindebücherei und Kulturhalle auf Einsparpotenziale zu überprüfen. Die Kulturhalle ist mittlerweile geschlossen, für Museum und Bücherei soll ein neuer Träger gefunden werden. Museumsverein und Förderkreis des Töpfereimuseums hatten ihre Bereitschaft signalisiert, die Betriebsträgerschaft des Museums zu übernehmen. Eigentlich schien alles geregelt“, sagt Gerold König, Vorsitzender des Museumsvereins. „Jetzt haben wir aber das Gefühl, dass uns Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. Das Stimmungsbarometer scheint deutlich zu sinken.“

 Museumsverein und Förderkreis sind nur dann bereit, die Trägerschaft für das Museum zu übernehmen, wenn sie den Zuschuss des Kreises Düren in voller Höhe bekommen – oder zumindest die Zusicherung von der Gemeinde einer Defizitfinanzierung in gleicher Höhe.

Kein finanzielles Risiko

König: „Wir wissen nicht, ob wir die volle Summe überhaupt brauchen. Und natürlich werden wir jeden einzelnen Posten ganz genau abrechnen. Aber natürlich möchten wir kein finanzielles Risiko eingehen.“ Bisher zahlt der Kreis Düren Zuschüsse wie den an das Töpfereimuseum nur an juristische Personen – und eben nicht an private Träger. Ein Sprecher des Kreises Düren bestätigte auf Anfrage allerdings, dass in der Kreisverwaltung derzeit geprüft werde, ob eine neue Regelung gefunden werden könne.

Gleichzeitig überlegt die Gemeinde, die Töpferwerkstatt an den Museumsverein zu vermieten und das Museum ansonsten selbst zu verwalten. „Wir bekommen regelmäßig Anfragen für Ausstellungen in unserem Haus“, sagt Göbbels. „Und denkbar ist natürlich auch, die Cafeteria zu vermieten, zum Beispiel für private Feste.“ Beide Möglichkeiten sind für die Verantwortlichen der beiden Vereine nicht wirklich eine Option. Die Sorge von Gerold König und seinen Mitstreitern: „Bei Kindergeburtstagen ist es bisher so, dass die Kinder töpfern, aber auch die Dauerausstellung des Museums anschauen und anschließend in der Cafeteria ihren selbst mitgebrachten Kuchen essen. Vermutlich würde das nicht mehr gehen, wenn wir nur die Werkstatt von der Gemeinde mieten, es sei denn die Leute wären bereit, Miete für die Cafeteria zu bezahlen. Das halte ich für schwierig.“  

König spricht von mangelnder Wertschätzung gegenüber den vielen Ehrenamtlern, die sich zum Teil schon seit Jahrzehnten für das Museum einsetzen. „Unsere Museumspädagoginnen, die das museumspädagogische Programm entwickelt haben und mit viel Herzblut mit Leben füllen, können sich nicht vorstellen, wie die Zukunft aussehen kann. Und das ist einfach sehr schade.“

Das Töpfereimuseum, ergänzt der Vorsitzende des Museumsvereins, sei für die Gemeinde doch auch ein Stück Identität. „Das ist uns wichtig, deswegen spielt bei all unseren Angeboten immer auch die Töpfergeschichte unserer Gemeinde eine große Rolle. Man muss sich doch darüber klar sein, was man möchte: Kommerzialisierung oder Kulturförderung.“

Ob sie Mitte Dezember für eine komplette Übergabe der Trägerschaft oder eine Trennung von Museumswerkstatt und restlichem Museum stimmen, konnten weder CDU-Fraktionsvorsitzende Astrid Natus-Can noch ihr SPD-Kollege Peter Münstermann am Freitag beantworten. Natus-Can: „Es ist unstrittig, dass Museum weiterbestehen soll. Es ist aber auch unstrittig, dass die Gemeinde weniger Geld dafür ausgeben kann. Deswegen müssen wir zunächst klären, wo die Interessen der Gemeinde sind und wie wir die pädagogische Arbeit inhaltlich gestalten wollen. Wir müssen genau überlegen, was in unserem Museum stattfinden soll und was nicht. Dass das bis zum 31. Dezember gelingt, halte ich für fraglich.“

Peter Münstermann: „Eine Schließung des Museums muss auf jeden Fall verhindert werden. Ich denke, dass es dringend ein Gespräch mit Politik, Verwaltung und Museumsverein geben muss. Das hat so bisher nämlich noch nicht stattgefunden.“

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