Langerwehe: Langerwehe steht vor dem finanziellen Kollaps

Langerwehe: Langerwehe steht vor dem finanziellen Kollaps

Die Gemeinde Langerwehe steht vor dem Finanzkollaps. Konnte der Kämmerer nach der Umstellung auf das neue kommunale Finanzmanagement noch schwarze Zahlen vorweisen, so sieht es jetzt wieder äußerst düster aus: Rund vier Millionen Euro fehlen in der Endabrechnung für 2009.

Diese bittere Mitteilung musste Bürgermeister Heinrich Göbbels am Mittwochabend dem Hauptausschuss machen. Zwar hatte die Gemeinde im Zuge der Berechnungsumstellung eine Rücklage von 5,1 Millionen Euro ausweisen können, doch bleibt davon nach Abzug der vier Millionen nicht mehr viel übrig.

Spätestens zum Ende des laufenden Jahres wird das ganze Geld ausgegeben sein. Und dabei ist das Defizit der Entwicklungsgesellschaft Langerwehe noch nicht einmal eingerechnet.

Die Gemeinde selbst ist unschuldig an dieser Entwicklung. So sind die Gewerbesteuereinnahmen im Zuge der Finanzkrise von drei auf eine Million Euro gefallen. Zugleich wird Langerwehe wesentlich mehr an den Kreis abführen müssen.

Vor allem für die Jugendamtsumlage. „Spätestens im Jahr 2015 sind alle Reserven aufgebraucht. Dann wird es eng”, blickte Göbbels nach vorne. Schon vorher wird die Gemeinde wohl in das Haushaltssicherungskonzept rutschen - und damit unter die Aufsicht des Kreises gestellt werden.

„Wir waren zuletzt schon immer sparsam. Wie sollen wir jetzt noch vier Millionen Euro einsparen? Selbst wenn wir das Töpfereimuseum schließen würden. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit”, zeigte sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Dieter Reinartz frustriert.

Ähnlich sahen es die Sprecher der übrigen Fraktionen, die einen Vorschlag von Jens Ferner (Grüne) unterstützten, einen Arbeitskreis zu gründen, um vielleicht die Gemeindefinanzen einmal völlig neu zu regeln. Bürgermeister Göbbels: „Bis auf einen wollen auch alle Bürgermeister im Kreis eine Runde gründen, die nach Synergieeffekten sucht.”

Vor diesem Hintergrund wurde die Installation eines modernen Ratsinformationssystems vom Ausschuss zunächst einmal verschoben. Zwar wäre es praktisch, wenn alle Ratsvertreter und auch alle Bürger über das Internet die Vorlagen für die Sitzungen und auch die Beratungsergebnisse einsehen könnten, doch das kostet eben Geld. Der Internetauftritt muss schließlich ständig aktualisiert werden - durch Personal.

Eine erfreuliche Mitteilung gab es noch: Die Friedhofsgebühren bleiben in diesem Jahr stabil.

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