Merzenich: Landtagsabgeordneter verspricht Hilfe beim Lärmschutz

Merzenich: Landtagsabgeordneter verspricht Hilfe beim Lärmschutz

Die räumliche Lage ist eigentlich idyllisch: Etwas abseits vom Merzenicher Hauptort befindet sich das Wohngebiet „Auf der Heide”, schmucke Einfamilienhäuser mit großen Gärten. Und normalerweise käme dann der Zusatz: ruhig gelegen. Von Ruhe kann allerdings nicht die Rede sein, wie sich am Freitag Landtagsabgeordneter Josef Wirtz (CDU) überzeugen konnte.

Der Straßenzug liegt direkt an der Tagebaurandstraße (L 264), unmittelbar an der S-Bahnlinie, demnächst noch an der verlegten Autobahn A 4, zudem gibt es die Belastungen des Tagebaus. Dass die Anwohner nun den geplanten Bau eines Containerterminals in Merzenicher Nähe nicht auch noch akzeptieren wollen, klingt da schon verständlich.

Kein leichtes Terrain also, auf dem sich Wirtz bewegen musste. Punkten konnte der Landespolitiker mit eigenen Erfahrungen. Wirtz lebt in Schophoven, ebenfalls am Tagebaurand. „Ich stelle selbst fest, dass der Lärm nachts noch intensiver wahrgenommen wird”, sagte er, während im Hintergrund der pausenlose Verkehr auf der L 264 unüberhörbar war. „Eine Lärmschutzwand wie bei Ellen wäre hier sehr hilfreich. Sie wären vor dem Lärm wesentlich besser geschützt, zumal mit dem neuen Autobahnanschluss der Verkehr hier zunehmen wird.” Witz versprach den Anwohnern, sich dafür beim Landesbetrieb Straßen NRW einzusetzen. Der hatte, wie CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Bernd Ohlemeyer erklärte, schon kund getan, in einem anderen Punkt tätig werden zu wollen.

Das Wohngebiet endet zur L 264 in einem Wendehammer, es fehlt eine Ampelanlage, so dass die Anwohner auch in den Hauptort können. Hier soll Abhilfe geschaffen werden. Auch hier wioll sich Wirtz für eine zügige Lösung stark machen.

Schwieriger ist für die beiden CDU-Politiker schon die Diskussion zum geplanten Containerterminal. „Wir werden den Containerterminal auf keinen Fall akzeptieren und werden alles tun, damit dieser Terminal nicht kommt”, sagt Frank Abschlag von der Bürgerinitiative Arnoldsweiler-Merzenich und zeigt anhand von Modellen auf, dass bei einer angedachten Größe des Geländes von 100 bis 120 Hektar der versprochene Abstand zur Wohnbebauung überhaupt nicht eingehalten werden könne. Manfred Esser, ebenfalls von der Bürgerinitiative, schätzt, dass 10.000 bis 15.000 Bürger in der Region von den Auswirkungen eines Terminals betroffen seien.

Wirtz hört sich die Sorgen an, legt sich nicht fest, erinnert aber an Spielregeln, die eingehalten werden müssen: „Ohne Umweltverträglichkeitsprüfung kann so ein Projekt nicht umgesetzt werden”, sagt er, nachdem die BI daran erinnerte, dass der ausgesuchte Standort direkt neben einem Landschaftsschutzgebiet liegt.

Dass Wirtz nicht ganz glücklich mit dem Projekt scheint, wird an anderer Stelle deutlich: Der gelernte Landwirt verweist darauf, dass es sich bei den in Frage kommenden Flächen „um beste Böden für die Landwirtschaft” handele - und die werden zunehmend knapp.

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