Kreis Düren: Landrat kann Jagdschein nicht entziehen

Kreis Düren: Landrat kann Jagdschein nicht entziehen

Zur vollmundigen Forderung Oliver Krischers, Fraktionschef der Grünen im Kreistag, Landrat Wolfgang Spelthahn möge dem Jagdpächter, der vom Amtsgericht Aachen wegen der Vergiftung von Greifvögeln verurteilt worden war, umgehend den Jagdschein entziehen, hat sich Landrat Wolfgang Spelthahn geäußert.

„Wo die Unschuldsvermutung gilt und Bürger Anspruch darauf haben, nach Recht und Gesetz behandelt zu werden, ist man mit Schaum vor dem Mund fehl am Platze.” Der Landrat bleibt im Bild und meint, dem Verurteilten nun in Wild-West-Manier die Flinte abzunehmen, wäre „eindeutig ein Schnellschuss”, der nach hinten losgeht.

Das Gesetz besagt, dass einem Jäger der Jagdschein zu entziehen ist, wenn seine Zuverlässigkeit nicht mehr gewährleistet ist. Bei Straftaten gegen jagd- und tierschutzrechtliche Bestimmungen ist dies grundsätzlich gegeben, wenn der Betroffene zu einer Geldstrafe von mindestens 60 Tagessätzen verurteilt worden ist. Diese Bedingung ist im angesprochenen Fall erfüllt.

Eine weitere Voraussetzung sei dagegen nicht erfüllt: Die Verurteilung ist nicht rechtskräftig. Nach Auskunft des Amtsgerichts haben die Verfahrensbeteiligten Berufung eingelegt. Somit fehle der Kreisverwaltung die rechtliche Voraussetzung, um aktiv zu werden. Es müsse der Ausgang des Berufungsverfahrens abgewartet werden.

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