Land stellt Geld für moderne Sportstätten bereit

Programm des Landes : Mehr Geld für Dürens Sportstätten?

Wenn Dirk Keimes, Leiter des Schulverwaltungs- und Sportamtes der Stadt Düren, das Füllhorn ausschütten könnte, dann würde er vielleicht gar nicht so sehr einen Kunstrasenplatz nach dem anderen bauen, sondern generell in die breite Sportinfrastruktur investieren.

„Wir haben genügend Turnhallen, die wir ertüchtigen müssen. Das käme dann vielen Vereinen zugute“, sagt Keimes. Oder: „Ich würde bei den Fußballplätze das Flutlicht auf LED umrüsten.“ Das notwendige Geld dafür könnte möglicherweise bald tatsächlich zur Verfügung stehen.

Die NRW-Landesregierung will ein Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“ auflegen und bis zum Jahr 2022 300 Millionen Euro bereitstellen. Profitieren sollen davon Vereine und Verbände, um so nachhaltige Modernisierungen, Sanierungen oder den Umbau von Sportstätten vornehmen zu können. „So eine hohe Förderung für den Sport hat es bislang weder in NRW noch bundesweit gegeben“, betonen die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Patricia Peill und Ralf Nolten, zumal es sich nach ihrer Aussage bei der Förderung nicht um Kredite handele: „So haben die Sportvereine nun die Möglichkeit, eine moderne und bedarfsgerechte Sportstätteninfrastruktur anzubieten.“ Dagegen dürfte auch Dirk Keimes nichts einzuwenden haben, der aber erst mal auf die Euphoriebremse tritt: „Als Kommune müssen wir erst die Förderrichtlinien abwarten. Es ist wie so oft in der Politik: Da wird etwas beschlossen und direkt mitgeteilt, ohne dass die Kommunen informiert werden oder klar ist, wer antragsberechtigt ist.“

Dass auch in der Sportstadt Düren in Sportstätten investiert werden muss, ist unbestritten. Erst im Sommer hat es einen langen Streit darüber gegeben, welche Fußballvereine 2019 finanzielle Unterstützung beim Bau von Kunstrasenplätzen erhalten sollen. So hatte der Stadtrat beschlossen, dass der FC Düren 77, Alemannia Lendersdorf und der 1. FC Düren einen Kunstrasenplatz erhalten sollen. 750.000 Euro will die Stadt dafür 2019 ausgeben. Muss sie das mit dem neuen Förderprogramm des Landes überhaupt noch? Keimes: „Wir haben einen gültigen Beschluss.“ Aber: Da die Gelder aber erst 2019 ausgegeben werden sollen, hofft Keimes, dass das Land die Förderrichtlinien frühzeitig beschließt, so dass die Stadt ihren Beschluss überprüfen oder anpassen könnte.

Auch Udo Biege, Vorsitzender des Stadtsportverbandes Düren, würde ein Konzept begrüßen, von dem möglichst viele Vereine profitieren könnten. Biege hatte sich schon beim Beschluss des Rates, drei neue Kunstrasenplätze zu fördern, kritisch zu Wort gemeldet und gefordert, zunächst ein Sportstättenkonzept zu erstellen, anstatt wie bisher eher einzelne Vereine zu bezuschussen. So unterstützt er auch die Idee, in die Turnhallen zu investieren. Biege: „Die Stadt verlangt recht hohe Nutzungsgebühren. Dazu steht der Zustand der Turnhallen in keinem Verhältnis. Teilweise können sie auch nicht richtig genutzt werden, weil beispielsweise die Duschen oft eine Zumutung sind. Hier zu investieren hätte den Vorteil, nicht nur eine bestimmte Klientel zu bedienen, sondern viele Vereine.“ Biege könnte sich eine Sanierung analog zu den Lehrschwimmbecken der Stadt vorstellen: „Es wäre sinnvoll, darüber im Sportausschuss zu beraten und eine entsprechende Struktur in die Maßnahmen zu bringen, damit nicht wieder einzelne vorpreschen.“ Der Vorsitzende des Stadtsportverbandes sieht aber auch noch ein weiteres Feld, auf dem Investitionen sinnvoll sein könnten: bei den Vereinsheimen. Biege: „Die sind für den Verein besonders wichtig und können oft nur aus Mitgliedsbeiträgen finanziert werden.“ Und wenn es denn dann doch ein besonderes Projekt sein sollte? Dann würde der Organisator des Dürener Stadtlaufs die Leichtathleten gezielt unterstützen: „Es gibt in Düren nur eine Tartanbahn an der Euskirchener Straße. Die müssen sich viele Vereine teilen. Eine zweite Bahn könnte die Leichtathletik in Düren beflügeln.“

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