Nörvenich: Lachend besser durchs Leben

Nörvenich : Lachend besser durchs Leben

Okay, die Frage war nicht besonders intelligent. „Was muss man haben, wenn man zum Lach-Therapeuten geht?” habe ich Jakob Kutz aus Nörvenich-Oberbolheim gefragt und daraufhin erstmal ein ziemlich herzhaftes Lachen geerntet. Und dann die passende Antwort bekommen: „Am besten zwei Füße!”

Wenn Jakob Kutz anfängt zu lachen, dann muss man einfach mitmachen. Bei ihm lacht der ganze Mensch. Wenn er einmal loslegt, gibts nur eins: Auch Losprusten. Kutz ist 53 Jahre alt, gelernter Altenpfleger, darüber hinaus zertifizierter Business-Coach und seit zwei Jahren Lachtherapeut und Lach-Yoga-Lehrer.

„Ich hatte mein Lachen verloren. Und nach der Ausbildung habe ich es wiedergefunden.” Jakob Kutz hat die „Erste Nörvenicher Lachschule” (Fuchsgasse 14, 02426/4297) gegründet, hier gibt es jeden Mittwoch ab 17 Uhr Lachtreffs.

„Lachen”, erklärt Kutz, „ist gesund und kann körperliche Beschwerden lindern. Wer zum Beispiel über einen längeren Zeitraum Lachübungen macht, lockert seine Muskulatur und hat weniger Rückenschmerzen.”

Ähnlich wie beim Laufen setzt auch das Lachen Endorphine frei, allerdings viel schneller, nämlich schon nach fünf Minuten. Außerdem sorgt Lachen für eine Ausschüttung von Dopamin.

„Dopamin sorgt dafür, dass es im Gehirn besser flutscht”, erklärt Kutz. „Sie werden kreativer, wacher, aufgeregt im besten Sinne. Lachende Menschen sind immer intelligenter als Menschen, die nicht lachen.”

Durch Lachen, so Kutz weiter, könne man sein Leben wieder positiv machen. „Lachen geht nicht über den Verstand, aber es ist ansteckend. Und es ist Sofort-Medikation. Lachend kommt man einfach besser durchs Leben.”

Deswegen geht Jakob Kutz vielleicht auch so fröhlich und positiv ins neue Jahr. „Die Banken haben ein Problem, ja. Aber nur die Banken. Ich nicht. Stellen Sie sich vor, es ist Krise und keiner geht hin.”

Sprichts und fängt wieder von Herzen an zu lachen. Eine Krise, so der begeisterte Lacher, sei eigentlich ja ein sehr produktiver Zustand. „Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen. Leben ist Veränderung, wir müssen darauf gucken, was es uns gibt, und nicht auf das, was es uns wegnimmt.”

Dabei, erklärt Kutz, kommt es bei Lach-Yoga gar nicht darauf an, ob man einen Grund zum Lachen hat. „Das ist egal. Wenn Sie keinen Grund zum Lachen habe, bitteschön! Aber tun Sie es trotzdem, dann geht es Ihnen besser.” Kinder lachen 500 Mal am Tag, Erwachsene drei bis vier Mal. „Lachen ist ein Instinkt, den wir wieder finden müssen.”

Ein paar Tipps, wie wir alle, beschwingt und heiter durch 2009 kommen, hat der Lach-Yoga-Lehrer auch noch parat. 1. Regel: Sich morgens im Spiegel schon mal freundlich angucken. 2.: Dem ersten Menschen, den wir treffen, lieb begegnen. Regel Nummer 3: Wenn wir eine Person treffen, die ganz traurig schaut, schenken wir ihr ein ganz freundliches Lächeln. „Und irgendwann, so Kutz, „wird dieses Lächeln, das wir geschenkt haben, auch wieder zu uns zurückkehren, und es geht uns besser.”

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