Düren: „Kwaggawerk” ist sehr vielschichtig

Düren : „Kwaggawerk” ist sehr vielschichtig

„Ich finde es viel schöner, wenn man uns als Gesamtkunstwerk vorstellt”, sagt die Künstlerin Julia Seidensticker. Im Jahr 2005 erhielt sie den Kunstpreis des Kreises Düren und bestritt seither mehrere Ausstellungen in der Rurstadt. Zur Zeit ist sie mit ihrer Arbeit als Teil des Gesamtkunstwerks „Kwaggawerk” auf Schloss Burgau zu sehen.

„Die Natur von Kwaggawerk lässt sich nicht in einzelnen Positionen beschreiben. Man muss sich damit auseinandersetzen, um zu verstehen, was es ist”, erklärt Pit Goertz, der für die Stadt Düren die Ausstellung organisiert hat.

Da ist zum einen das Kunstorchester. Es besteht aus Künstlern und Laienmusikern, die alle nur eins gemeinsam haben, nämlich die Freude an „lauter und energiereicher” Musik.

Amateure einbezogen

Bei der Eröffnung der Ausstellung am Sonntag gab das Ensemble mit Trompeten, Posaunen, Trommeln und Perkussionsinstrumenten zum Beispiel „Let it Be” von den Beatles, „Like a Prayer” von Madonna, oder das Pippi- Langstrumpf-Lied zum Besten.

Kopf des Orchesters ist der junge Schweizer Musikwissenschaftler Reto Stadelmann. Für ihn gehört neben dem Spaß auch die Musikpädagogik zum Konzept von „Kwaggawerk”. „Ich finde es sehr wichtig, dass man sich als Musiker auch mit Laien und ihrer Einstellung zu Musik beschäftigt”, erläutert er. Denn „natürlich ist das etwas anderes als mit Profis zu arbeiten”.

Den Drang sich selbst zu verwirklichen kennen viele der Mitglieder von „Kwaggawerk” nicht nur aus der Musik. Unter ihnen sind zahlreiche Künstler die eigentlich eigene Projekte verfolgen. Für das Gesamtkunstwerk, das heißt in diesem Fall die Ausstellung, die neben Bildern und Skulpturen auch eine Videoinstallation beinhaltet, haben sie dennoch alle zusammengewirkt.

Das ist auch ein Teil von „Kwaggawerk” erklärt Julia Seidensticker. „Es wäre sehr schwierig zu differenzieren, welche Arbeit in der Ausstellung von welchem Künstler stammt”, sagte sie. Viel mehr habe jeder bei allen Kunstwerken irgendwie mitgeholfen.

Wie „Kwaggawerk” tatsächlich wirkt, davon muss sich wohl jeder selbst ein Bild machen.

Zu sehen ist die Ausstellung auf der Hauptburg noch bis zum 8. Juni jeweils mittwochs und samstags von 14 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr. Am Samstag, 17. Mai findet ab 20 Uhr ein Kurzfilmabend mit Werken verschiedener Künstler von Kwaggawerk statt. Der Eintritt hierzu und auch zur Ausstellung ist frei.

Mehr Informationen zu dem Kunstprojekt gibt es im Internet unter der Adresse http://www.kwaggawerk.de.

Mehr von Aachener Nachrichten