Kunstwettbewerb zum Thema Toleranz im Kreis Düren

Kreis Düren : Segel bemalen fürs Schiff der Toleranz

Rita Neumann (21) hat versucht, in ihrem Bild alle großen Religionen, verschiedene Hauttöne und die Regenbogenfarben zu vereinen. Die angehende gestaltungstechnische Assistentin besucht das Nelly-Pütz-Berufskolleg in Düren und nimmt mit ihren Klassenkameraden aus dem zweiten Ausbildungsjahr an einem besonderen Kunstprojekt teil.

„Ship of Tolerance“ heißt die Initiative, die Ende Januar im Kreis Düren gestartet ist, und an der sich neben den Jugendlichen der Nelly-Pütz-Schule noch andere Schulen und Kindertagesstätten sowie viele Einzelpersonen aus dem Kreis Düren  beteiligt haben.

Zum Hintergrund: Das „Ship of Tolerance“ ist ein Projekt des Künstlerehepaares Emilia und Ilya Kabakov, das schon in Miami, New York, Moskau, Venedig und im Vatikan Station gemacht hat. Und es ist eine Mitmach-Aktion: Das Publikum selbst soll die Toleranz sichtbar machen, indem es die Segelflächen des Schiffes gestaltet. Im Kreis Düren wurde ein Wettbewerb für diese Segelflächen ausgelobt, in den Osterferien werden die aussagekräftigsten Bilder ausgesucht, bevor sie dann auf einen speziellen Segelstoff gemalt und am Schiff angebracht werden. Künstlerin Emilia Kabakov wird dabei sein, wenn die besten 120 Segel gekürt werden.

„Toleranz und Menschlichkeit“, sagt Kerstin Rutwalt-Berger, Leiterin des Nelly-Pütz-Beurfskolleges, „werden an unserer Schule groß geschrieben. Wir sind ‚Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage’, deswegen mussten wir nicht lange überlegen, ob wir uns an dem Kunstprojekt beteiligen.“ An ihrer Schule mit knapp 1300 Schülern würden junge Leute aus 31 Nationen unterrichtet. „Und das war noch nie ein Problem“, erklärt Rutwalt-Berger.

Die Friedenstaube ist einer der Entwürfe des Nelly-Pütz-Kollegs. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Auch Rita Neumann und ihren Mitschülern macht die Arbeit an den Schiffssegeln riesigen Spaß. „So ein Wettbewerb ist natürlich ein großer Ansporn“, sagt Jil Roos (18). „Es ist schon ein Unterschied, ob man nur für die Schule arbeitet oder ob das Werk irgendwann einmal auch in der Öffentlichkeit gezeigt wird.“ Es ist aber auch das Thema, das die jungen Leute anspricht. „Toleranz und Respekt sind Themen, die mir nah sind“, sagt Julia Wergen (18). „Und mir ist auch ziemlich schnell ein Motiv für mein Segel eingefallen.“ Wergen hat eine Sonnenblume gezeichnet, weil Toleranz für sie etwas Schönes ist. Und sie möchte mit besonderen Farben symbolisch die Freiheit von Herkunft und Sexualität darstellen.

Nicht zu kleinteilig

„Es ist wichtig“, erklärt die Schülerin, „auf den Segeln nicht zu kleinteilig zu arbeiten, damit auch von Weitem erkennbar ist, was man aussagen möchte. Außerdem kommt es mir darauf an, zu zeigen, dass der Mensch zählt und nicht seine Herkunft.“ Im Mai soll das Kreis Dürener „Ship of Tolerance“ im Rahmen einer großen Festveranstaltung vorgestellt werden.

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