Nideggen-Embken: Kunst zum Anfassen in Embken

Nideggen-Embken: Kunst zum Anfassen in Embken

„Bitte berühren”, ein solches Schild würde Peter Henn am liebsten bei seinen Metallobjekten aufstellen. Er ist Schmied, und seine Ausstellung „Bewegte Skulpturen und Zeichnungen” wurde am Sonntag in der „Arche” in Embken eröffnet.

Glücklicherweise hörte es im Laufe des Vormittags auf zu regnen, da konnten die Besucher, die recht zahlreich zur Vernissage erschienen waren, im Garten der Arche die Skulpturen mit Muße betrachten, und sie in Bewegung versetzen. Eisen und Stahl, recht schweres Material, das im Allgemeinen für Solidität und Unbeweglichkeit steht, federt vor und zurück, pendelt, wiegt sich.

Eine Skulptur aus Kupfer zeigt „Anlauffarben”, sie schimmert in allen Rot- und Goldtönen, die durch Erhitzen entstanden sind. Ein kreativer Vorgang, wie Peter Henn meint. Staunend betrachteten die Gäste die Elemente. Sie sind nicht filigran, sie brauchen einen Anstoß, um in Bewegung zu kommen.

„Es gibt keine Veränderung, ohne dass sich etwas rührt”, darauf wies Professor Dr. Dieter Boehminghaus, der Präsident der Europäischen Vereinigung Bildender Künstler aus Eifel und Ardennen, hin. In seinen einführenden Worten zur Ausstellung beschrieb er einerseits den Handwerker Peter Henn, „er ist ein Eisenmann”, und andererseits den Formgeber und Gestalter, den Künstler, der Stahl zum lebenden Objekt macht.

Professor Boehminghaus ist überzeugt, dass jedem Ding, das in der Natur vorkommt, ein Geist innewohnt. Wenn nun die Objekte aus Stahl und Eisen leben sollen, wenn sie ihre Kraft, ihre Schönheit, ihren Witz offenbaren sollen, dann müssen wir sie berühren.

Der Aufforderung kamen viele Gäste nach und probierten es aus. „Unruh” heißt beispielsweise eine Skulptur, in deren Mitte ein schwerer Stein an einem Stab wie ein Pendel wirkt und wo zusätzlich eine goldglänzende Tafel um die Mittelachse schwingt. Ein anderes Objekt weist löffelartige Arme auf, die sich drehen - nicht spielerisch im Wind, sondern vom Betrachter angestoßen.

Peter Henn freute sich sichtlich über die große Resonanz, er bedankte sich bei Caroline Lauscher, die ihn ermutigt und die Ausstellung in der „Arche” ermöglicht habe.

Die Öffnungszeiten der „Arche” in Embken: freitags von 16 bis 20 Uhr, samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr. Die Ausstellung wird bis 30. Oktober gezeigt.

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