Simonskall: Kunst getwittert: Weltpremiere in Simonskall

Simonskall: Kunst getwittert: Weltpremiere in Simonskall

Ungewöhnliche Kunstausstellungen hat das altehrwürdige Junkerhaus in Simonskall schon viele gesehen. Eine ausschließlich über das Internet kuratierte ist jedoch nicht nur ausstellungstechnisches Neuland, sondern sogar eine „Weltpremiere”.

Die aus Köln stammende und in Schleiden wohnende Malerin MAF Räderscheidt ging für ihre gerade eröffnete Ausstellung ganz neue Wege. Für die Präsentation ihrer Werke mit dem Titel „A Painting a day keeps the doctor away” nutzte die Künstlerin die Technologie des 21. Jahrhunderts und bediente sich des Microblog-Dienstes Twitter.

Ein halbes Jahr lang schuf sie jeden Tag ein Gemälde und stellte es ins Netz. Auf diese Art hatten Kunstfreunde rund um den Erdball Gelegenheit die Arbeiten aus Deutschland zu kommentieren. Über die Zusammenstellung der in Simonskall präsentierten Werke wurde in einem Voting per Mausklick entschieden. Dieses Kunstexperiment eröffnet für die Zukunft ganz neue Perspektiven der Verbreitung künstlerischen Schaffens.

Mit Muschelhorn

Die musikalische Einleitung zur Bilderschau war ebenfalls nicht alltäglich. Den musikalischen Beitrag leistete die vielfach ausgezeichnete Musikerin und Komponistin Dorothee Hahne. Als Erinnerung an die Kriegsereignisse im Hürtgenwald sollte ihre einzigartige „Musikperformance für Blindgängerbomben, Didgeridoo und Muschelhorn” verstanden werden. Bei ihrer mit viel Beifall bedachten Darbietung handelte es sich um eine Uraufführung.

Nicht nur musikalisch wurde den Besuchern die Ausstellung nahe gebracht, sehr zur Freude von Ausstellungskoordinator Franz Tiedke und Bürgermeister Axel Buch, die sich beide im Kunst und Kulturverein „HöhenArt” engagieren, war die englische Kunsthistorikerin Dr. Dorothy Rowe von der University of Bristol eigens angereist um die Eröffnungsrede zu halten.

Die mit der deutschen Kunstszene bestens vertraute Expertin ging besonders auf die kunstwissenschaftlichen Aspekte der ausgestellten Werke ein. Ein Besuch im „Junkerhaus” lohnt sich für alle Kunstinteressierten, besonders aber für diejenigen, die sich gerne mit völlig neuen Konzepten bei der Präsentation von Bildern beschäftigen.