Düren: Kulturbetrieb muss mehr sparen

Düren: Kulturbetrieb muss mehr sparen

Sparen, die Nächste: Nun ist die Kultur an der Reihe. Der Finanzausschuss der Stadt ist ganz Ohr, als der neue Leiter des Regiebetriebes Kultur vorträgt, auf welchen Gebieten er bis 2014 jährlich knapp sechs Prozent sparen möchte.

Am Ende verfehlt Johannes Esser das Ziel um 191.000 Euro. Er erhält den Auftrag, nochmals zu schauen, wo und wie die finanzielle Lage verbessert werden kann.

Was die Kultur vorschlägt: Kürzungen auf der einen, Gebühren- und Eintrittsgeld-Erhöhungen auf der anderen Seite. Beim „Komm”-Zentrum, dem Konzertforum Cappella Villa Duria (CVD) und dem Verein Senioren Aktiv schlägt der Regiebetrieb Kürzungen von 60 Prozent vor.

Das „Komm” etwa erhält jedes Jahr einen Zuschuss von 112.000 Euro, hauptsächlich für das Personal. „Wenn die auf 60 Prozent verzichten müssen, können sie den Laden auch dicht machen”, sagt sofort Grünen-Sprecherin Verena Schloemer als Gast des Finanzausschusses.

CVD bekommt 30.000 Euro, Senioren aktiv 8000. Das sind Vorschläge, ob sie von der Politik umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Eingerechnet in die Sparpläne ist auch der Wegfall von 10.000 Euro an Zuschüssen für die Kulturfabrik Endart.

Um zehn Prozent sollen sich die Eintrittspreise im Theater Düren erhöhen - auch das schlägt die Führungsspitze der Dürener Kultur vor. Die Gebühren in der Musikschule könnten 2012 um fünf, 2014 um weitere fünf Prozent steigen. Auch in der Volkshochschule soll es Erhöhungen geben.

Da, wo es möglich ist, sollen Personalkosten reduziert werden. Betriebsbedingte Kündigungen gibt es bei der Stadt Düren nicht, darauf hatte Bürgermeister Paul Larue kürzlich noch einmal hingewiesen.

Larue, auch Kulturdezernent der Stadt, wies darauf hin, dass die Kultur die geforderte Einsparsumme nur dann erfüllen könne, „wenn wir uns von Aufgaben trennen”. Larue dürfte damit auch die Schließung von Einrichtungen gemeint haben.

Für den Dürener Kulturbetrieb ist mit den knapp sechs Prozent Einsparung das Ende der Fahnenstange aber noch nicht erreicht. Wie Bürgermeister Larue sagte, müsse der Betrieb aus dem laufenden Doppelhaushalt nochmals 250.000 Euro sparen.

CDU-Fraktions-Chef Karl-Albert Eßer wies darauf hin, dass der Kulturbereich mit einer pauschalen Kürzung belegt werden würde, wenn das Haus selbst das geforderte Sparziel nicht erreiche. „Das müssen die anderen Ämter ja auch.”

Sein SPD-Kollege Henner Schmidt sagte, dann solle die CDU auch sagen, „welche Einrichtungen sie schließen will”. Insgesamt erhalten die Dürener Kultureinrichtungen einen jährlichen Zuschuss von rund 2,5 Millionen Euro.

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