"Krümelhof" drittes Mal "Haus der kleinen Forscher"

Die Kinder umlagern die Forschertische : Mit dem Nussknacker die Hebelkraft testen

Auf den Tischen in der grünen Gruppe stapeln sich Materialien. Es gibt Murmeln, Federn, Stoffe und die Bauteile für ein einfaches Katapult. Für die Kinder im „Krümelhof“ heißt das: Es ist wieder einmal an der Zeit Neues zu entdecken.

Für ihr Engagement wurde die städtische Kindertageseinrichtung nun bereits zum dritten Mal zum „Haus der kleinen Forscher“ ernannt. Zu diesem Anlass besuchte Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (CDU), am Donnerstag die Kinder an ihrem Forschertisch.

Das „Haus der kleinen Forscher" ist eine bundesweite Initiative, bei der Kita- und Grundschulkindern die alltägliche Begegnung mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik und Nachhaltigkeit näher gebracht werden soll. „Die Grundidee ist es, in den Kindern die Neugier zu wecken und zu fördern“, sagt Thomas Rachel. „Ich bin überzeugt, dass dieses frühe selbständige Entdecken und Hinterfragen auch für den späteren Lebensweg enorm wichtig ist.“

In Düren sind bereits über 90 Prozent der Kindertagesstätten Teil des Netzwerkes, das mit lokalen Partnern wie dem Forschungszentrum Jülich zusammenarbeitet. Deutschlandweit werden 30 000 Einrichtungen vom Stiftungsnetzwerk unterstützt. Im „Krümelhof“ hat jede Gruppe einen eigenen Forschertisch, an dem Materialien zu immer neuen Themen bereitstehen, um entdeckt zu werden.

„In erster Linie sollen die Kinder selbstständig forschen, und wir sind nur zur Unterstützung da“, erklärte Erzieherin Brigitte Vosen. „Es gibt dabei kein richtiges und kein falsches Ergebnis, lediglich Anregungen, sich mit verschiedenen Materialien auseinanderzusetzen und sie selbst zu entdecken.“ Um diese Unterstützung der kleinen Forscher professionell durchführen zu können, nehmen die Mitarbeiter der Kita zwei bis drei Mal im Jahr an Fortbildungen im Forschungszentrum Jülich teil.

Bei den Kindern scheint der Forschergeist jedenfalls geweckt worden zu sein. Auch die wichtigen Gäste aus der Politik wurden ganz schnell in die Experimente mit einbezogen. Das aktuelle Thema im „Krümelhof“ ist das Feld der Technik und damit die Erforschung von Kräften und ihren Wirkungen. So wurde zum Beispiel die Schwerkraft mit verschiedenen Gegenständen auf einer Leine oder die Fliehkraft anhand von Murmeln in einer Schüssel untersucht.

Mitmachen dürfen dabei alle 150 Kinder aller Altersklassen, und der Forschertisch ist immer verfügbar. „Ich mache das gerne zusammen mit den anderen Kindern“, erklärt die fünfjährige Rebekka, während sie mit einem Nussknacker die Hebelkraft testet: „Den Kleineren helfe ich dann auch schon mal.“ Sie ist sich sicher: wenn sie im nächsten Jahr eingeschult wird, hat sie schon viel gelernt.

Der „Krümelhof“ möchte auch in Zukunft bei den „Kleinen Forschern“ dabei sein und freut sich, nun für ein weiteres Jahr das Zertifikat und die zugehörige Plakette zeigen zu können.

(kim)
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