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Inden/Merken: Krischer fordert Betriebsstopp am Tagebau Inden

Inden/Merken : Krischer fordert Betriebsstopp am Tagebau Inden

Die Hangrutschung in der Nähe von Inden-Schophoven im Kreis Düren beschäftigt derzeit die Menschen in Merken. Der Grund: Dieser Dürener Ortsteil wird eines Tages ebenfalls in Nähe der Tagebau-Kante liegen.

Wie erst am Mittwoch bekannt wurde, sind am Samstag bei Schophofen rund 450.000 Tonnen Erdreich abgebrochen. Zum Vergleich: In Nachterstadt in der Lausitz sollen es zwei Millionen Tonnen Erdreich gewesen sein, die damals wegbrachen.

Noch am Montag hatte RWE Power in Niederzier ein Bergschadensforum veranstaltet. Aber auch da sei von dem Vorfall nicht die Rede gewesen. Josef Bellartz, Sprecher der IG-Merken, meinte: „Die Geheimniskrämerei macht uns natürlich misstrauisch.”

Und: Nach dem Unglück in Nachterstedt habe RWE zugesagt, ein Meßpunkte-Netz zu errichten, mit dem sich Hangrutschungen vorherbestimmen ließen.

Ob dieses Meßpunkte-Netz nun eigentlich funktioniert habe, würden die Mitglieder der IG-Merken gern wissen. Sie legen Wert darauf, dass in dieser Angelegenheit niemand Panik verbreiten möchte.

Der grüne Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer forderte unterdessen: „Bis die Ursachen und Begleitumstände der Rutschung geklärt sind, muss der Betrieb im Tagebau Inden eingestellt werden.”

Krischer berief sich auf eine von der Landesregierung veröffentlichte Aufstellung aller Hangrutschungen der letzten 30 Jahre und sagte, die Rutschung vom vergangenen Samstag sei „die schwerste im rheinischen Braunkohletagebau seit 23 Jahren”.

Krischer warnte vor einer Verharmlosung des Unglücks gegenüber der Öffentlichkeit. Es zeuge nicht von Transparenz und Offenheit, wenn das Unglück am vergangenen Samstag passierte und die Öffentlichkeit erst am Mittwoch und dann auch noch nur durch einen Zufall davon erfahre.