Düren: Kriminalität: Ein positiver Trend in Düren

Düren: Kriminalität: Ein positiver Trend in Düren

Am Dienstag wird im Jugendhilfeausschuss der Stadt Düren eine gute Nachrichten verkündet: Die Jugendkriminalität in der Stadt Düren ist 2012 gegenüber 2011 deutlich gesunken. Der rückläufige Trend bei den Fallzahlen ist in der Bilanz der Jugendgerichtshilfe für das Jahr 2012 nachzulesen.

Genau 1167 Fällen des Jahres 2011 stehen jetzt 1026 in 2012 gegenüber. Ein Spitzenwert mit 1294 wurde übrigens 2008 erreicht. CDU-Jugendpolitiker Thomas Floßdorf führt den Rückgang auf ein Bündel von Maßnahme zurück, insbesondere die 2008 erfolgte Umstellung auf mobile Jugendarbeit, die die Jugendlichen da aufsucht, wo sie sich treffen, wirke sich positiv aus.

Wie verteilten sich nun die Delikte, für die sich Jugendliche vor Gericht verantworten müssen? Spitzenreiter sind eindeutig die Eigentumsdelikte (29 Prozent). „Typisch“, nennt das Floßdorf, „das Bewusstsein für fremdes Eigentum ist zu wenig ausgeprägt“. Zweithäufigstes Delikt ist die Körperverletzung (15 Prozent). Zusammengefasst machen also Diebstahl und Prügeleien schon fast die Hälfte aller Delikte aus. Sachbeschädigung, Erpressung und Betrug machen jeweils nur sieben Prozent oder weniger aus. Insbesondere Drogenkriminalität ist unauffällig. „Hier macht sich die Suchtprävention in den Schulen positiv bemerkbar“, vermutet Floßdorf.

Die Jugendgerichtshilfe legt auch Zahlen über das „Fallaufkommen in den Stadtteilen“ vor. Düren Mitte ist einsame Spitze. Das heißt nicht, das in Düren-Mitte besonders viele kriminelle Jugendliche leben. „Gezählt wird nur, wo die kriminelle Handlung stattfindet“, weiß Floßdorf. Und in Düren Mitte halten sich Jugendliche in ihrer Freizeit entschieden öfter auf, als etwa im ländlichen Bereich. Die geringste Kriminalitätsrate gibt es in Berzbuir/Kufferath, in Birgel, in Hoven und in Echtz. Auffallend in diesem Zusammenhang ist der Ortsteil Rölsdorf, wo nach Mitte, Düren Nord und Düren Ost 2012 die meisten Fälle registriert wurden.

Jugendliche werden von den Gerichten nicht bestraft. Es sind „erzieherische Maßnahmen“, die die Richter anordnen. Klar, dass 2012 Jugendliche oft dazu verdonnert wurden, ein „Eigentumsinformationsseminar“ zu besuchen. Außerdem Anti-Gewalt-Trainings und Sonderkurse zum Thema Körperverletzung, was Floßdorf ausdrücklich begrüßt: „Damit kann man langfristig eine Menge bewirken.“ Waren es 2010 noch 32 dieser Kurse, so stieg die Zahl 2011 auf 38 und 2012 sogar auf 48.

In den meisten, nämlich in 221 Fällen musste ein Sozialdienst abgeleistet werden. Verkehrsunterricht und Seminare zu Rausch und Sucht wurden kaum verhängt. Ins Jugendgefängnis wurden immerhin 24 Täter, meist sind es Wiederholungstäter, geschickt.