Tradition wieder aufleben lassen : Sascha Mauel ist neuer Hahnekönig

Der alte, traditionelle Brauch des „Hahneköppens“ spielt in der Ortschaft Thum bei Kreuzau immer noch eine bedeutende Rolle. Das Brauchtum lässt sich bis ins Jahr 1600 schriftlich zurückverfolgen und ist vor allem im Bergischen Land, der Eifel, dem Jülicher Raum und um Köln verankert.

Zu Erntedankfesten oder Oktoberfesten wird im öffentlichen Wettbewerb einem über Kopf aufgehängten Hahn der Kopf abgeschlagen, symbolisch zur Beseitigung des bösen Erntegeistes, der sich in die letzten Bündel des geernteten Korns geflüchtet hat. Früher waren es noch lebende Tiere, bis man mit dem Fortschritt der Zeit erst auf bereits erlegte Tiere und schließlich vielerorts auf Gummi-, oder Holzreplikate zurückgriff.

Im Jahr 1970 begann die Dorfgemeinschaft in Thum den über 400 Jahre alten Brauch erneut aufleben zu lassen, in dem wieder ein Wettbewerb um die Königswürde des Hahnenkönigs eingeführt wurde. Aus dieser Wiedereinführung und Aufrechterhaltung alter Traditionen, wurde erst vor zwei Jahren ein entsprechender Verein eingetragen.

Der Verein Thumer Kirmes existiert seit 2017 und hat es sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur das Hahneköppen beizubehalten, sondern auch als sozialer, engagierter Verein Heimatpflege, Jugend,- und Altenhilfe sowie das Kulturleben in der Dorfgemeinschaft zu fördern. In der Vereinssatzung als Zielsetzung festgelegt, sind konkret vor allem die Unterstützung von Seniorenfeiern, die Durchführung von Kinder- und Jugendveranstaltungen, aber auch die Unterstützung von kirchlichen Aktivitäten. Wie auch das Brauchtum der Schützenbruderschaften beispielsweise, ist das Hahnenköppen eng mit der katholischen Kirche und religiös-gesellschaftlichen Traditionen verbunden.

In diesem Jahr fand das Hahnenköppen um die Königswürde offiziell zum zweiten Mal statt, seitdem der Verein 2017 gegründet worden ist. Das Festzelt in Thum, sogar mit eigener, fiktiver Hausnummer, stand dem ganzen Dorf und Besuchern von außerhalb offen. Nach der offiziellen Ansprache des Kreuzauer Bürgermeisters Ingo Eßer, wurde im folgenden Programm das neue Königspaar und der Königsball gefeiert.

Den Titel des Hahnenkönigs konnte sich Sascha Mauel sichern. An seiner Seite Ehefrau und Königin Sonja Mauel. Es ist bereits das zweite Mal das Sascha Mauel die Königswürde, in diesem Jahr beim 5. Schlag, erlangen konnte. 1999 wurde er zum ersten Mal Hahnenkönig, mit damals noch 20 Jahren. Dem Brauchtum ist er treu geblieben und hat die Entwicklung einer dörflichen Tradition hin zu einem eingetragenen Verein mitgetragen. Auf der Losliste für das Hahnenköppen um die Königswürde standen zu nächst drei Kandidaten. Für jeden Schlag wird der Name neu gezogen, der Schlag der dann erfolgreich ist, nennt sich Königsschlag und bringt die Königswürde mit sich.

Ebenso wie bei den Schützen gibt es auch beim Hahnenköppen ein „Kinderkönigspaar“. Phil Schmitz ist Kinderhahnenkönig und Hannah Frings die Kinderhahnenkönigin. Beim Kinderhahnenköppen wird mit einem Holzschwert auf eine Pinata eingeschlagen, die mit Süßigkeiten gefüllt ist.

Der Thumer Kirmes e.V. hat in der kurzen Zeit seit seiner Entstehung 2017 bereits über 60 Mitglieder gewinnen können. Ziel für die Zukunft ist es insbesondere die Jugend weiterhin zu fördern und der überlieferten Tradition des Hahnenköppens näher zu bringen.

(tj)