Lagerhalle im Ortskern: Smurfit Kappa nimmt in Kreuzau zweiten Ausbauanlauf

Lagerhalle im Ortskern : Smurfit Kappa nimmt in Kreuzau zweiten Ausbauanlauf

Das Werk des irischen Verpackungsunternehmens Smurfit Kappa in Kreuzau nimmt einen zweiten Anlauf und hofft auf einen Neubau einer Lagerhalle. Eine Bürgerversammlung fand zwar schon statt, aber der Gemeinde liegt noch kein Bauantrag vor.

Es kommt selten vor, dass in einem Ausschuss Fragen von Bürgern zu einem Bau gestellt werden, der noch gar nicht beantragt ist. In Kreuzau war das der Fall. Hintergrund sind die Pläne von Smurfit Kappa, das Werk an der Dürener Straße zu erweitern. Das Unternehmen hat schon die Anwohner eingeladen und das Vorhaben in einer Veranstaltung vorgestellt – diese Lehre hat das Unternehmen aus der Vergangenheit gezogen.

Es ist nicht der erste Anlauf, den die Leitung des Werks Rheinwelle für eine Erweiterung nimmt. Erst vor drei Jahren nahm das Unternehmen einen Antrag zurück, nachdem sich Anwohner massiv beschwert hatten.

Nun sollen die unmittelbaren Nachbarn sofort eingebunden werden. Das Werk befindet sich im Ortskern von Kreuzau und ist von Wohngebieten umschlossen. Die Erweiterung ist an der Dürener Straße geplant. Bei dem Hersteller von Wellpappe arbeiten etwa 200 Menschen.

Im Ausschuss wurde jetzt bekannt, dass benachbarte Grundstücke bereits gekauft wurden, um dort eine Halle zu bauen. Die Rede ist von etwa 3000 Quadratmetern. Bürgermeister Ingo Eßer (CDU) bestätigte die Pläne und betonte, dass noch kein schriftlicher Antrag vorliege, man aber im Gespräch sei. Man rechne in diesem Jahr noch mit detailierten Plänen, hieß es.

Der ursprüngliche Plan von Smurfit Kappa Rheinwelle vor drei Jahren sah vor, Teile der Landrat-Kaptain-Straße und der Straße Stegbenden zu überbauen, beide Straßen wären zur Sackgasse geworden.

Dort sollte eine Lagerhalle für Paletten entstehen. Dafür hätte man der Gemeinde Flächen auf den Straßen abkaufen müssen. Zudem hätte man den Bebauungsplan ändern müssen. Letzteres ist auch bei den neuen Plänen erforderlich.

Im Rahmen des Planverfahrens haben auch Anwohner die Möglichkeit, ihre Anregungen und Bedenken zu dem Bauvorhaben zu äußern. Eßer: „Der Gemeinderat hat das letzte Wort und entscheidet, ob man den Bebauungsplan ändert oder eben nicht.“

(pan)
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