Quote nicht erfüllt: Kreuzau muss weitere Flüchtlinge aufnehmen

Quote nicht erfüllt : Kreuzau muss weitere Flüchtlinge aufnehmen

Die Gemeinde Kreuzau wird in den kommenden Wochen 50 Flüchtlinge aufnehmen, deren Aufenthaltsstatus geklärt ist. Darauf einigte man sich mit der Bezirksregierung, da Kreuzau im Vergleich zu anderen Kommunen deutlich weniger Menschen auf der Flucht beherbergt.

Die Quote lag Mitte April bei gerade 26 Prozent. Ab dieser Woche sollen darum wöchentlich fünf anerkannte Flüchtling in den Gemeindeunterkünften untergebracht werden. Dort standen Mitte April 58 Betten leer.

Zu diesem Zeitpunkt wohnten 123 Flüchtlinge mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus in der Gemeinde. 91 Personen leben in den fünf Unterkünften, 19 Menschen haben eine von der Gemeinde angemietete Wohnung bezogen, 13 Betroffene haben selbst eine Wohnung angemietet. In den meisten Fällen ist der Aufenthaltsstatus geklärt: 54 Menschen sind als Flüchtlinge anerkannt, 17 Asylbewerber werden nach einer Asylablehnung geduldet. 42 Asylverfahren laufen noch oder befinden sich im Klageverfahren.

Bisher kooperierte die Gemeinde Kreuzau bei der Flüchtlingsarbeit mit der Evangelischen Gemeinde zu Düren. Dieser Vertrag wurde inzwischen aufgelöst. Hintergrund ist die Möglichkeit der Kirchengemeinde, dem bisherigen Flüchtlingsbetreuer in einem neuen Förderprojekt einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu geben. Einen Tag in der Woche soll er allerdings weiterhin in Kreuzau tätig sein.

Für den Rest dieses Jahres ist eine Lösung gefunden: Ein Sozialarbeiter, der in seinem Studium als Praktikant in Kreuzau tätig war, soll die Arbeit zur Unterstützung der Flüchtlinge übernehmen. „Vor allen Dingen unter dem Aspekt, dass 50 neue Personen zugewiesen werden, die erfahrungsgemäß erst kurze Zeit in Deutschland sind und die deutsche Sprache noch nicht beherrschen, kann der neue Mitarbeiter mit seinen Arabisch- und Türkischkenntnissen eine sehr wertvolle Arbeit leisten“, teilt Kreuzaus Bürgermeister Ingo Eßer (CDU) mit.

(pan)
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