Kreuzau: Rosenmontagszug mit 1000 Teilnehmern

Rosenmontagszug mit 1000 Teilnehmern : Ein „Glücksfall“ führt die Jecken

Gerd Dohmen ist Karnevalsprinz in Kreuzau. Seinen Prinzenwagen ziert ein riesiges Quietscheentchen und außerdem spielen Wannen eine wichtige Rolle beim Kreuzauer Rosenmontagszug.

Gerd Dohmen ist ein Kreuzauer Urgestein. Der Mann ist vor fast 69 Jahren dort geboren worden und eigentlich nie so richtig weg gewesen. Er liebt seinen Ort. Und er liebt Karneval. Dohmen ist seit 36 Jahren Mitglied der KG „Ahle Schlupp“ und wollte schon immer Karnevalsprinz seiner Heimatgemeinde werden. „Ich liebe es einfach, mit möglichst vielen Menschen zu feiern“, sagt er. „Aber ich war eben immer nur förderndes Mitglied der Gesellschaft. Deswegen hatte ich mich von diesem großen Traum eigentlich schon verabschiedet.“

Trotzdem wussten Dohmens Freunde und auch die Verantwortlichen vom „Ahle Schlupp“ natürlich von seinem großen Wunsch. „Wir hatten schon einen anderen Prinzen für diese Session“, erzählt „Ahle Schlupp“-Präsident Peter Kaptain. „Als er uns aus gesundheitlichen Gründen abgesagt hat, haben wir Gerd Dohmen gefragt, ob er Prinz werden möchte. Und das war die beste Entscheidung. Ein echter Glücksfall.“

Rund 30 Auftritte hat Dohmen in der Session schon absolviert. „Und jeder war ein absolutes Highlight. Natürlich war meine Inthronisation schon etwas Besonderes, aber insgesamt wurden meine Vorstellungen absolut übertroffen. Jeder Auftritt war toll.“

Dohmen, ergänzt Peter Kaptain, würde den Karneval leben. „Er verbreitet eine unglaublich tolle Stimmung. Das steckt an.“

Prinz Gerd I. (3. v.r.), „Ahle Schlupp“-Präsident Peter Kaptain (links) und die Adjutanten des Prinzen freuen sich auf den Rosenmontagszug. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Klar, dass der Kreuzauer Prinz sich auf den Rosenmontagszug freut. „Irgendwie ist das auch ein trauriger Tag, weil die Session dann ganz bald zu Ende ist. Aber soweit möchte ich jetzt noch nicht denken.“

Weil er von Beruf im Bereich Gas, Wasser, Heizung und Sanitär unterwegs war, spielt eine riesengroße Quietscheente auf seinem Wagen eine Rolle. Die Mitglieder der großen Prinzengruppe, die Gerd Dohmen begleitet, haben sich entschieden, in ihre Kostüme kleine Badewannen zu integrieren. „Unser Zug“, sagt Peter Kaptain nicht ohne Stolz, „erfreut sich wachsender Beliebtheit. Die Teilnehmerzahl ist wieder etwas gestiegen.“ Besonders wichtig ist den Verantwortlichen der KG „Ahle Schlupp“, dass auch viele junge Leute mit von der Partie sind. Kaptain: „Wir versuchen, mit den Jugendlichen gut ins Gespräch zu kommen, weil uns natürlich auch die Qualität der Kostüme wichtig ist.“

Die meisten Gruppen basteln ihre Outfits selbst. „Die Gruppen treffen sich regelmäßig, um ihre Kostüme zu nähen und zu gestalten“, sagt Gerd Dohmen. „Das ist natürlich für den Zug gut, aber die Teilnehmer haben an den Bastelabenden auch jede Menge Spaß.“ Wer im Zug dabei sei, ergänzt Kaptain, müsse sich angemessen verhalten. „Es geht nicht darum, auf der Straße Party zu machen. Es geht darum, sich den Menschen zu präsentieren.“ Und das sind bei gutem Wetter in Kreuzau ganz schön viele. „Wir hatten schon um die 35.000 Zuschauer“, sagt Kaptain. „Aber das war wirklich die absolute Spitze.“

Übrigens sind in diesem Jahr gleich zwei Majestäten im Kreuzauer Zug mit von der Partie. Gerd Dohmen und die Dürener Prinzessin Petra Nolden sind Vetter und Cousine – Ehrensache, dass die Noldens mit einer großen Gruppe und zwei Wagen am Montag auch durch Kreuzau ziehen. Ab sofort ist Gerd Dohmen natürlich nicht mehr nur förderndes Mitglied seiner KG. „Ab jezt helfe ich überall da, wo ich gebraucht werde und Not am Mann ist“, sagt er. „Ich will dieser tollen Gesellschaft für die Session etwas zurückgeben.“

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