KG „Ahle Schlupp“: Hermann-Josef Schmitz bekommt den Tillmann-Gottschalk-Verdienstorden

KG „Ahle Schlupp“ : Hermann-Josef Schmitz bekommt den Tillmann-Gottschalk-Verdienstorden

Eine Beleidigung ist es nicht, aber eine wichtige Feststellung: Für den 19. Träger des Tillmann-Gottschalk-Verdienstordens, den die KG „Ahle Schlupp“ in Kreuzau als Wanderorden verleiht, ist Hochdeutsch die erste Fremdsprache.

„Seit 20 Jahren sagst du im Gemeinderat, was du denkst, nur mancher versteht dich nicht“, flachste „Schluppe“-Präsident Peter Kaptain bei der Verleihung an Hermann-Josef Schmitz (70), den stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde Kreuzau und Ortsvorsteher von Boich.

Für Peter Kaptain sind die Anforderungen an die Preisträger – unter anderem Förderung und Erhaltung der Muttersprache – bei Schmitz in idealer Weise erfüllt. Er ist Mitbegründer des Mundart-Ensembles „Manes“-Theater in Boich und steht auch selbst auf der Bühne. „Er lebt die Mundart im Alltag und bei öffentlichen Aufgaben“, erklärte Kaptain. Zudem ist Schmitz Mitglied im Fußballclub Boich-Thum und Gründer des Bürgervereins Boich, zu dessen Leistungen die Renovierung der Alten Schule gehört.„Redsde oder sengste“, fragte sich der Ordensträger des vergangenen Jahres, Manfred Kempen. Er entschied sich für das gesprochene Wort, unterstützt von Schmitz’ Ehefrau Cornelia. Vom „roten Bruder Ortsvorsteher“ hatte Kempen viel zu erzählen und so manches Detail aus 42 Ehejahren wusste die Ehefrau beizusteuern. „Ein kleiner Revoluzzer“ sei Hermann-Josef Schmitz ein Leben lang gewesen. Der gelernte Dreher „konvertierte“ 1999 von der CDU zur SPD und sitzt seit dieser Zeit auch im Gemeinderat. Einig waren sich die Laudatoren und der Präsident: „Er ist tief verwurzelt in Boich, wo der Mensch noch Mensch und die Sprache noch Platt ist.“ Was die Boicher Abordnung bestätigte. Mit einem Ständchen des „Manes“-Theater-Ensembles und des TC Rheingold.

(sps)
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