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Walter Loewenkamp feiert Geburtstag: Eine Fußball-Legende wird 100

Walter Loewenkamp feiert Geburtstag : Eine Fußball-Legende wird 100

Walter Loewenkamp feiert am Donnerstag einen besonderen Geburtstag. Er war einer der erfolgreichsten Akteure der Nachwuchsförderung bei Schwarz-Weiß Düren und Kreuzauer SC.

„Ein lieber Kerl warst du ja immer, aber so richtig Fußball spielen konntest du nicht.“ Mit entwaffnender Offenheit empfängt Walter Loewenkamp den Besucher in seiner Wohnung an der Alten Gasse in Kreuzau. Am Donnerstag, 27. Februar, wird der Ehren-Jugendleiter der Spielvereinigung Schwarz-Weiß Düren 1896 hundert Jahre alt. Die meisten seiner früheren Schützlinge kennt Walter Loewenkamp noch gut und weiß so manche Anekdote um das Rölsdorfer Jugendstadion zu erzählen.

Schwarz-Weiß und das Jugendstadion sind für Walter Loewenkamp Herzensangelegenheiten. Der Sohn des Hausmeister-Ehepaares vom früheren Mädchengymnasium an der Kölnstraße ging schon früh mit seinem Vater zur „Jugend“, wie der Verein vor dem Krieg hieß. Als Loewenkamp bei einem Unfall in der Dürener Kaserne an der Panzerstraße ein Bein verlor, war es mit den eigenen sportlichen Aktivitäten des damals 14-Jährigen vorbei. Allerdings hinderte ihn diese Verletzung nicht, sich der Jugendarbeit zu widmen und einer der beliebtesten und erfolgreichsten Akteure der Nachwuchsförderung zu werden.

Unmittelbar nach Kriegsende 1945 kickte er mit dem Nachwuchs im Jugendstadion und war für so manchen Jungen („Ich habe die halbe Siedlung großgezogen“) auch Vater-Ersatz. In seiner Wohnung an der Erk in Rölsdorf und „einer kleinen Wohnung im Jugendstadion“ stapelte er Trikots, Hosen und Schuhe, die so manches Kind später in der Tüte bei der Weihnachtsfeier der Schwarz-Weißen fand. Das familiäre Umfeld, von dem Sohn Matthias noch heute meint, sein Vater sei „mehr im Stadion als zu Hause“ gewesen, trug wesentlich zum sportlichen Erfolg der schwarz-weißen Jugendabteilung bei.

Toni Schumacher

Und wenn man von sportlichen Erfolgen spricht ist an ihm nicht vorbeizukommen: Harald (Toni) Schumacher. Als Achtjähriger kam der Junge aus der Siedlung unter Loewenkamps Fittiche und verließ 1972 das Jugendstadion in Richtung 1. FC Köln. In 76 Länderspielen trug der Torwart der deutschen Fußball-Nationalmannschaft den Namen seines Heimatvereins in die Fußballwelt hinaus und gilt noch heute als der Größte, der je aus dem Jugendstadion kam. Walter Loewenkamp wurde 1971 zum Ehren-Jugendleiter ernannt und widmete sich nach seinem Umzug nach Kreuzau auch der Jugendarbeit beim Kreuzauer SC 05. Als ein „Vereinsmeier im positivsten Sinne“ war er Kassenchef der St.-Heribertus-Schützen und brachte sich auch in andere Ortsvereine ein.

Für Schwarz-Weiß und den Fußball in der Region ist Walter Loewenkamp eine Legende, an die sich Generationen von Kickern gerne erinnern. Eine gute Grundlage für so manches Gespräch der Erinnerung bei der großen Geburtstagsfeier zum 100. von Walter Loewenkamp.

(sps)