Schwierige Löschmaßnahme: E-Auto geht beim Ladevorgang in Flammen auf

Schwierige Löschmaßnahme : E-Auto geht beim Ladevorgang in Flammen auf

Ein nicht alltäglicher Einsatz für die Feuerwehr: Ein E-Auto ist während des Ladevorgangs in Kreuzau in Flammen aufgegangen. Die Löscharbeiten der Feuerwehr gestalteten sich als schwierig. Sie benötigten schließlich einen Kran und einen wasserdichter Container.

Die Polizei spricht nach ersten Erkenntnissen von einem technischen Defekt. Beim Ladevorgang hat am Mittwochabend gegen 19.40 Uhr die Batterie eines Elektroautos in der Garageneinfahrt eines Wohnhauses an der Lehrer-Mainz-Straße in Winden Feuer gefangen und damit einen alles andere als alltäglichen Einsatz der Feuerwehr ausgelöst. Denn brennende E-Autos stellen für die Einsatzkräfte nicht nur eine besondere Gefahrenquelle dar, sie erfordern auch ganz spezielle Maßnahmen. „Wir wurden schon beim Notruf darauf hingewiesen, dass es sich um ein E-Auto handelte und konnten entsprechend reagieren“, berichtet Guido Klüser, Leiter der Feuerwehr der Gemeinde Kreuzau, und bedankt sich dafür ausdrücklich. Denn zum einen kann es beim Löschen von E-Fahrzeugen leicht zu einem Stromschlag kommen, zum anderen muss die Batterie über Stunden gekühlt werden, um eine neuerliche Zündung zu verhindern.

Beim Eintreffen der ersten Löschgruppen stand das Fahrzeug nach Angaben von Guido Klüser vollkommen in Flammen. Das Feuer hatte auch bereits auf die Garage übergegriffen. Das Wohnhaus war in akuter Gefahr, konnte aber von der Feuerwehr vor den Flammen gerettet werden. Nach 20 Minuten war der Brand unter Kontrolle. Verletzt wurde zum Glück niemand, die Feuerwehr konnte sogar noch vier Meerschweinchen lebend aus der Garage retten.

Batterie muss stundenlang gekühlt werden

Blieb das Problem mit der Lithium-Ionen-Batterie des E-Fahrzeugs. Wenn die einmal in Brand geraten ist, setzt eine Kettenreaktion ein, die nicht aufzuhalten ist“, erklärt Klüser. Deshalb müsse die Batterie stundenlang gekühlt werden, betont der Kreuzauer Feuerwehrchef. Zudem bestehe die Gefahr, dass hochgiftige Säure entsteht. „Das aber konnten wir am Mittwochabend in Winden mit einer Messung ausschließen“, versichert Klüser.

Um die Batterie dauer­haft zu kühlen, entschloss sich die Feuerwehr, den Wagen mit einem Kranwagen in einen provisorisch mit Folie abgedichteten Abrollcontainer zu heben, der anschließend geflutet wurde. Je nach Größe der Batterie müsse diese bis zu 24 Stunden gekühlt werden, um eine neuerliche Entzündung zu verhindern, erklärte Klüser.

Um mit der zunehmenden Zahl an Elektroautos in Zukunft für derartige Fälle gewappnet zu sein, werden Stadt und Kreis Düren nun wasserdichte Spezialcontainer anschaffen, kündigte Kreisbrandmeister Karlheinz Eismar auf Nachfrage an, die zudem über eine Seilwinde verfügen, um in Brand geratene E-Autos direkt in den Container ziehen zu können. Und weil die Spezialcontainer wasserdicht sind, könnte eventuell mit Säure kontaminiertes Löschwasser dann auch abgepumpt und entsorgt werden.

Auch die Einsatzkräfte sollen speziell geschult werden, kündigt Eismar an. „Dafür sind wir aber auf die Unterstützung von Experten der Autoindustrie angewiesen.“ Zur Höhe des am Mittwoch in Winden entstandenen Schadens konnte die Polizei am Donnerstag noch keine Angaben machen. Die Feuerwehr der Gemeinde Kreuzau war mit 63 Kräften im Einsatz.