Kreuzau: Politik spricht über Zukunft der Spielplätze

Konzept der Kreuzauer Verwaltung : Zukunft von sieben Spielplätzen unklar

Im Gemeindegebiet stehen einige Spielplätze vor einer ungewissen Zukunft. Manche könnten aufgewertet, andere geschlossen und wieder andere in Bauland umgewandelt werden. Für die Politik ist dieses Thema wie eine Münze mit zwei grundverschiedenen Seiten.

Die glänzende Seite verspricht weniger Kosten, wenn Spielplätze geschlossen und auch Einnahmen, wenn sie als  Baugrundstücke verkauft werden. Die andere Seite ist das Echo der Bürger, das je nach Ortsteil unterschiedlich laut sein kann, denn es kommt nie gut an, wenn der nächstgelegene und lieb gewonnene Spielplatz irgendwann nicht mehr da ist.

Fakt ist, dass der Gemeinderat im Mai beschlossen hat, künftig weniger als 27 öffentliche Spielplätze zu unterhalten und die verbliebenen besser auszustatten. Am Mittwoch, 31. Oktober, 19 Uhr, Festhalle, legt die Verwaltung dem Sanierungs- und Entwicklungsausschuss das aktualisierte Spielplatzkonzept vor. Das fußt auf dem von 2014, welches damals im Rat jedoch keine Mehrheit gefunden hatte.

Ausgenommen von der Diskussion sind zehn Ortsteile, die nur einen Spielplatz haben. Von den übrigen 17 Anlagen könnten sieben zukünftig verändert oder anders genutzt werden, wie folgende Übersicht zeigt. Die Anlagen an den Grundschulen und gemeindlichen Kindergärten bleiben ebenfalls außen vor.

Kreuzau: Der Spielplatz „Frohbenden“ könnte Bauland werden. Aktuell ist eine der dortigen Schaukeln abgesperrt, es bleibt also nur eine Schaukel. Da der Spielplatz „Am Stadion“ nur 300 Meter weit entfernt ist, wäre die Umwidmung laut Verwaltung unproblematisch. Die Gemeinde würde 72.000 Euro einnehmen.

Viel Platz, aber nur zwei Spielgeräte: Der Spielplatz „Frohbenden“ in Kreuzau ist ebenfalls als Baugrundstück geeignet. Foto: ZVA/Carsten Rose

Nur auf dem Papier existiert ein Spielplatz im Baugebiet Friedenau. Das Grundstück „Am Mühlenteich“ gehört der Gemeinde, der Erschließungsträger des Baugebietes sollte darauf einen Spielplatz bauen, hat dies aber noch nicht getan. Weil in diesem Bereich wenig Kinder leben und ja generell auf Spielplätze verzichtet werden könne, könnte das Grundstück anders genutzt werden.

Stockheim: Für die Anlage „Marienstraße/Kreuzauer Straße“ stehen zwei Überlegungen im Raum. Einerseits könnte sie aufgewertet werden, aber weil das Grundstück der Gemeinde gehört und das Baurecht es erlaubt, könnte die Gemeinde anders mit der Fläche planen.

Der Spielplatz „Marieneiche“ wurde bereits optisch unterteilt, um den Pflegeaufwand zu verringern. Bürger wünschen sich für den abgetrennten Bereich einen Bolzplatz – das würde den Pflegeaufwand laut Verwaltung aber wieder erhöhen.

Für den weitläufigen, mit sieben Geräten ausgestatteten Spielplatz „An der Motte“ hat die Verwaltung bereits gerechnet: Die Fläche ist rechtlich ein Wohngebiet, könnte also für 63.000 Euro verkauft werden. Der Wert stammt allerdings von 2007.

Winden: Obwohl die Anlagen „Blumenweg“ und „Urbanusstraße“ sehr stark genutzt werden, ist ihre Zukunft unsicher. Die Grundstücke gehören nicht der Gemeinde und sind bebaubar.

Drove: Unter Umständen könnte der Spielplatz „Wehrstraße“ weichen, weil die Fläche zum Grundstück der Feuerwehr gehört und sie als Parkplatz dienen könnte. Die Verwaltung betont jedoch, dass eine Schließung kritisch sei, weil die beiden übrigen Plätze an den Ortsrändern 1,2 Kilometer auseinander liegen.

Da das Konzept dem Sanierungs- und Entwicklungsausschuss zunächst rein zur Kenntnisnahme vorgelegt wird, ist ein Beschlussvorschlag frühestens im Entwicklungsausschuss (7. November) möglich. Bis zur Ratssitzung am 11. Dezember könnte die Absicht der Politik, wie sie mit den Spielplätzen umgehen möchte, konkret werden.

Für die Aufwertung der Spielplätze stehen 30.000 Euro im Haushalt bereit. Die in der Liste aufgeführten möglichen Verkaufserlöse liegen bei 135.000 Euro. Im vergangenen Jahr lagen die Kosten für die Pflege der Spielplätze bei rund  90.000 Euro.

Mehr von Aachener Nachrichten