Kreuzau: Neues Feuerwehrgerätehaus für Boich

Neubau im kommenden Jahr : Boich bekommt ein neues Feuerwehrgerätehaus

Lange wurde das Thema in der Politik behandelt und vertragt. Der Rat hat den Abriss und Neubau für 730.000 Euro jetzt beschlossen – ganz ohne Diskussionen ging es aber nicht. Der Grund: die Kosten. Natürlich.

Ein Um- oder Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Boich ist bitter nötig, das wissen Politik und Verwaltung nicht erst seit gestern. Der neue Brandschutzbedarfsplan machte eine Entscheidung in diesem Jahr noch zwingender, was aber nicht bedeutet, dass es keine harte Diskussion gab oder der Beschluss gar schnell gefasst wurde. Im Bauausschuss Anfang November waren sich die Politiker wegen der Kosten von rund 730.000 Euro uneins, im Haupt- und Finanzausschuss Ende November wurde der Punkt vertagt, im Rat am Dienstagabend fiel das Votum für den Neubau letztlich mit 32 Ja- bei drei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen aus. Nächstes Jahr beginnen die Arbeiten.

Die anwesenden Feuerwehrleute, die jede Sitzung zu dem Thema aufmerksam verfolgt hatten, wurden erneut auf eine Geduldsprobe gestellt. Knackpunkt waren die Kosten, die in den vergangenen Jahren sukzessive gestiegen sind: von anfangs rund einer Viertelmillion bis zuletzt auf 730.000 Euro. Das liegt unter anderem daran, dass der in Sachen Feuerwehrhäusern erfahrene Architekt und die Gemeindeverwaltung für einen Neubau plädieren, anstatt für einen günstigeren Teilneubau, der etliche Vorschriften nicht erfüllen würde.

Die größte Kritik kam von Karl-Heinz Kern, der dem Bürgermeister und der Verwaltung vorhielt, nicht genügend Bemühen gezeigt zu haben, „eine preiswertere Lösung zu finden“. Daher hätte er am liebsten, dass die geplanten Haushaltsmittel mit einem Sperrvermerk versehen werden, um 2019 eine neue Lösung zu finden. Den Einwand hielt Bürgermeister Ingo Eßer (CDU) für ungerechtfertigt, da die ausführliche Sitzungsvorlage mit verschiedenen Bauvarianten, das „verwaltungsseitig intensive Bemühen“ dokumentieren würde. Auf den Vorschlag Eßers, Kern solle doch einen günstigeren Vorschlag machen, antwortete der Grünen-Politiker: „Ich wurde bislang nicht um einen Vorschlag gebeten.“ Jedoch steht bereits spätestens seit dem Bauausschuss im Mai fest, dass sich die Kosten auf 700.000 Euro belaufen.

Einig waren sich Parteien und Verwaltung darüber, dass das Grundstück für so ein Gebäude schlicht das Falsche sei, in Boich aber kein anderes zur Verfügung stehe.

Der Beschluss von Dienstag besagt auch, dass die Gerätehäuser in Thum 2020 und Drove 2022 saniert werden.

(cro)
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