Kreuzau: Gemeinde sollte laut GPA Sportplätze aufgeben

Politik in Kreuzau : Die Gemeinde hat fünf Sportplätze zu viel

Die Gemeindeprüfanstalt (GPA) empfiehlt der Gemeinde, Sportplätze aufzugeben, weil sie fünf zu viel unterhält. Wenn die Flächen in Bauland umgewandelt würden, würde eine Menge Geld in die kommunale Kasse fließen. Bislang wehren sich aber sowohl die Sportfreunde Üdingen als auch Fortuna Maubach dagegen, dass es zuerst ihre Plätze trifft.

Die GPA hat untersucht, wie stark die Sportplätze genutzt werden und was sie die Gemeinde jährlich kosten. Kurz gefasst will sie der Gemeinde dabei helfen, ihren Haushalt zu verbessern. Kreuzau ist noch bis mindestens 2021 im Haushaltssicherungskonzept, die Gemeinde muss also sparen und darf weniger investieren. Nachdem die Politik zuletzt im Mai über das Thema Sportplatzüberschuss – das seit mehreren Jahren bekannt ist – gesprochen hat, steht es am Mittwoch, 31. Oktober, 19 Uhr (Festhalle Kreuzau) wieder auf der Agenda des Sanierungs- und Entwicklungsausschusses.

Neu ist jetzt, dass Bürgermeister Ingo Eßer (CDU) und Guido Steg (Dezernent Kultur, Sport, Schule, Soziales) mittlerweile Gespräche mit Vertretern der betroffenen Vereine Sportfreunde Üdingen und Fortuna Maubach, die zusammen die SG Rurtal bilden, geführt haben. Die Verwaltung betont, dass sie keine Präferenz hat, welchen Platz sie schließen möchte. In den Unterlagen der GPA steht jedoch konkret, dass „die Anlage in Üdingen entbehrlich geworden ist“. Sie liegt in einem Wohngebiet. Würde die Anlage aufgegeben, könnte der Ortskern neugestaltet werden, heißt es weiter.

Sowohl Johannes Friederichs, Vorsitzender der Sportfreunde Üdingen, als auch sein Pendant bei der Fortuna, Volker Niemann, möchten den Platz des jeweiligen Vereins nicht aufgeben. Sie fürchten in diesem Fall um die Existenz ihrer „Traditionsvereine“, so steht es in der Verwaltungsvorlage. Friederichs betonte in dem Zusammenhang, dass Üdingen der Ausweichplatz für Winden sei, falls dort Engpässe entstehen. Beide Vereine würden aber anbieten, teilweise auf die Pflegekostenzuschüsse zu verzichten, wenn damit beide Plätze erhalten werden könnten.

Bürgermeister Eßer argumentiert dagegen: Eine Umwandlung in Bauland bringe dem Haushalt mehr Geld ein als Einsparungen bei Zuschüssen.

(cro)
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