Kreuzau: Kreuzau braucht Zuschüsse für das schnelle Internet

Kreuzau: Kreuzau braucht Zuschüsse für das schnelle Internet

In der Eifel geht alles langsamer, besonders das Internet. Dabei haben die Räte längst realisiert, dass ein schnelles und leistungsfähiges Internet zur Grundversorgung der Menschen gehört. So auch in Kreuzau, wo jetzt auf Beschluss des Rates ein Förderantrag in Richtung Bezirksregierung unterwegs ist.

Firmen müssen Pläne, Fotos, Tabellen und andere wichtige Daten via Internet verschicken und bekommen. Privatleute wollen Videos und Filme via Internet sehen. Und alle wollen Mails schreiben. Doch die Daten gehen beispielsweise in Obermaubach, Schlagstein, Untermaubach, Bilstein und Bogheim nur mit 2 Mbit/Sek ins Netz. Manchmal nicht mal das. In Aachen sind es 50 Mbit/Sek, absolut ideal sind 100 Mbit/Sek.

Die Gemeinde Kreuzau hat die Bürgerinnen und Bürger der genannten Ortsteile befragt, 266 Fragebögen (18 Prozent) kamen ausgefüllt zurück. Das Ergebnis sei keine Überraschung, sagt David Goldstein im Rathaus: „Die derzeitige Internetgeschwindigkeit ist ihnen zu gering, sie wünschen sich 16 Mbit/Sek.“ Aus Obermaubach seien die meisten Klagen gekommen.

Die Gemeinde startete eine Ausschreibung. Netzbetreiber konnten sich melden und mitteilen, ob sie bereit wären, Glasfaserkabel in die Orte zu legen. Nur zwei meldeten sich und teilten mit, was sie der Ausbau kostet und welche Summen sie wohl einnehmen werden. Die Ausgaben übersteigen dabei die Einnahmen bei weitem. „Die Wirtschaftlichkeitslücke ist so groß, dass auch die maximal mögliche Fördersumme, die die Bezirksregierung zur Verfügung stellen könnte, nicht ausreichen würde“, sagt Goldstein.

Der Breitbandausbau kann in ländlichen gegenden nicht wirtschaftlich betrieben werden. Deshalb wird er mit öffentlichen Geldern gefördert, maximal mit 360.000 Euro. Das Defizit für die Netzbetreiber beträgt in Kreuzau 548.000 Euro. „So kämen auf die Gemeinde einmalig 188.000 Euro zu, ohne die der Breitbandausbau gar nicht möglich wäre.“ In einer der letzten Sitzungen des Rates haben die Politiker einstimmig entschieden, dass an die Bezirksregierung ein Antrag auf Förderung gestellt wird. Und dass entsprechende Haushaltsmittel für den Breitbandausbau in den neuen Haushalt eingestellt werden. Gottstein ist „froh, dass trotz angespannter Finanzlage der Beschluss zustande kam“.

Die Unterversorgung mit Breitband sei „ein klarer Standortnachteil“. Wenn es dazu komme, dass Unternehmen sich deshalb in Kreuzau nicht niederlassen wollen, dann sei schon ein einziger solcher Fall ärgerlich.

(mv)