Kreis Düren: Kreissynode startet friedensethischen Diskurs: Auch Asylpolitik ein Thema

Kreis Düren : Kreissynode startet friedensethischen Diskurs: Auch Asylpolitik ein Thema

Das Kernthema der außerordentlichen Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Jülich hieß „Frieden“. Nach dem von der Dürener Schulpfarrerin Bernhild Dankert gehaltenen Eröffnungsgottesdienst hielt Clemens Ronnefeldt, Referent für Friedensfragen beim Deutschen Versöhnungsbund, das Eingangsreferat unter dem Titel „Globale Eskalation oder Rückkehr zur Vernunft“.

Er begann mit einem Überblick über Langzeitentwicklungen, ging auf den wieder entbrannten Ost-West-Konflikt ein, erläuterte Konflikte im Nahen und Mittleren Osten, sprach über die aktuellen Spannungen zwischen USA und Nordkorea, stellte grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge dar, bevor er am Ende die Themen Klimawandel und Lebensstil behandelte.

All dies korrespondierte mit dem „Friedenswort“, das die Landessynode der Evangelischen Kirche mit dem Titel „Auf dem Weg zum gerechten Frieden — Impulse zur Eröffnung eines friedensethischen Diskurses anlässlich des Endes des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren“ im Januar auch mit Bezug auf frühere Religionskriege formuliert hatte.

Paradigmenwechsel

Wie in diesem Appell gefordert, will auch die Kreissynode einen Paradigmenwechsel weg von der „Ultima Ratio Krieg“ hin zur „Prima Ratio gewaltfreier Konfliktlösung“, betonte Superintendent Jens Sannig, auch als Vorsitzender des federführenden Ausschusses für öffentliche Verantwortung.

Dabei gab es auch Kritik an deutschen Rüstungsexporten, die nicht zuletzt auch aus dem Rheinland in Krisen- und Kriegsregionen gehen. Ebenso ging es in den Diskussionsrunden der einzelnen Arbeitskreise um die immer noch nicht beendete Lagerung von Atomwaffen in Nordrhein-Westfalen und die Werbung der Bundeswehr bei Jugendlichen unter 16 Jahren. Aus den Ergebnissen der Arbeitskreise wird der Kirchenkreis Jülich klären, was es für ihn heißt, „konsequent in Kirche, Staat und Gesellschaft für Frieden“ einzutreten und konkrete Schritte benennen, um auf diesem Weg zu gehen.

Außerdem will die Synode beim Bundesinnenminister und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) darauf hinwirken, nach einer Prüfung der formalen Religionszugehörigkeit eine weitergehende Glaubens- und Gewissensprüfung zu religiösen Überzeugungen bei Asylsuchenden zu unterlassen.

Schließlich wurde die Wiedererrichtung der zweiten kreiskirchlichen Pfarrstelle für die Koordination der Notfallseelsorge und die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Ehrenamtlichen in der Notfallseelsorge und Seelsorge in Gemeinden und Krankenhaus beantragt.

Bei den anstehenden Wahlen wurden Rudi Grübl als festes Mitglied und Gerhard Schindler als Stellvertreter in den Vorstand berufen und in der abschließenden Abendandacht in ihr Amt eingeführt.

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