Kreis Düren: vorläufige Statistik zu Motorradunfällen

Vorläufige Statistik für 2018 : Bei 42 Motorradunfällen gibt es 25 Schwerverletzte

Vor der Motorradsaison hatten die Polizei und der Landrat verstärkte Kontrollen auf den beliebten Motorradstrecken in Heimbach, Nideggen und Hürtgenwald angekündigt. Wie effektiv sie waren, wird eine detaillierte Auswertung erst noch zeigen müssen – die Tendenz bei den Unfällen ist zumindest nicht sehr aussagekräftig.

Die Sonne scheint noch einige Tage, daher ist die vergleichsweise lange Motorradsaison noch nicht beendet. Was die Unfallzahlen betrifft, kann die Polizei aber bereits mitteilen, dass sie auf den bei Motorradfahrern und -rasern beliebten Strecken in den Kommunen Heimbach, Nideggen und Hürtgenwald keine „signifikante Veränderung“ im Vergleich zu den Vorjahren festgestellt hat. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Polizei und Kreis Düren in diesem Jahr ab April verstärkt in der Eifelregion des Südkreises präsent gewesen war, wurde diese Statistik mit etwas Spannung erwartet.

Bislang sind in diesem Jahr 42 Motorradfahrer in Heimbach, Nideggen und Hürtgenwald verunglückt. Dabei wurden 25 Personen schwer verletzt, ein junger Mann starb. Im vergangenen Jahr, das wettermäßig deutlich schlechter war, zählte die Polizei 38 Unfälle (19 Schwerverletzte). Im Jahr 2016 tauchen 43 Unfälle mit 15 Schwerverletzten auf.

Panoramastraße: mehr Bußgelder

Wie erfolgreich und effektiv die Geschwindigkeits- und Lärmkontrollen (vor allem auf der Panoramastraße L 218) letztlich gewesen sind, wird die gezielte Auswertung von Polizei und Kreis in den kommenden Wochen ergeben. Interessant wird dann sein, wie viele Motorräder im Vergleich zu den Vorjahren kontrolliert worden und wie viele Vergehen dabei geahndet worden sind – inklusive Führerscheinentzug.

42 Motorradfahrer sind 2018 bislang zwischen Nideggen, Heimbach und Hürtgenwald verunglückt. Davon waren 25 Menschen schwerverletzt. Düren. Foto: grafik

Auf der Panoramastraße zwischen Vossenack und Schmidt, so viel hat der Kreis auf Anfrage schon ermitteln können, wurden bislang 48 Bußgelder verhängt. Das sind bereits 34 mehr als im vergangenen Jahr, als es 14 gewesen sind. Jedoch geht aus dieser vorläufigen Statistik nicht hervor, wie viele Motorradfahrer von Strafen betroffen waren. Weil die Polizei, die die Bußgeldbescheide an den Kreis Düren weiterleitet, aber gerade dieses Jahr noch mehr auf Motorradfahrer fokussiert war, sollte deren Anteil an der Gesamtzahl sehr hoch sein. Kleinere Verstöße, die im Vergleich zum Bußgeld eine geringere Strafe nachsichziehen, sind nicht in dieser Statistik erfasst.

Soll sich herumsprechen

Die beiden groß angelegten Wochenendkontrollen in Zusammenarbeit mit dem TÜV, bei denen gezielt potenziell manipulierte Auspuffe kontrolliert wurden, waren „erfolgreich“ und kamen intern „auch gut an“, sagte Polizeisprecherin Ingrid Königs auf Nachfrage. „Wir hoffen, dass sich diese Kontrollen herumsprechen und weniger Motorradfahrer mit zu lauten Maschinen auf den Eifelstrecken fahren“, betonte Königs weiter. „Die Bemühungen gehen weiter, sowohl noch in diesem Jahr bei gutem Wetter als auch im kommenden Jahr. Wir können ja auch gar nicht nachlassen.“

Für die Gemeinde Hürtgenwald, in der Anwohner am Vossenacker Ortsausgang vom Lärm auf der Panoramastraße belästigt werden, sagt Stefan Grießhaber rückblickend auf die bisherigen stärkeren Kontrollen: „Es ist grundsätzlich sehr positiv, dass dieses Thema in der Öffentlichkeit an Relevanz gewonnen hat und dass die Polizei die Sorgen der Bürger wahrnimmt.“ Die Taktik, mit gezielten Aktionen „Nadelstiche“ zu setzen, würde aufgehen. Dennoch gibt sich der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters realistisch und sagt: „Das Problem kann nicht komplett gelöst werden. Dazu sind viele Fahrer zu gut vernetzt und kommen dann, wenn die Polizei nicht da ist.“

Die Bürgerinitiative der Vossenacker Anwohner hatte bereits zur Mitte der Motorradsaison und nach der ersten TÜV-Kontrolle die verbesserte Situation gelobt, sie forderte aber weiterhin verstärkte und konsequente Kontrollen.

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