Kreis Düren steigert Betreuungsquote für U3-Kinder in Kitas deutlich

Kitas im Kreis Düren : Mehr Betreuungsplätze und steigende Quote

Der Ausbau von Betreuungsplätzen schreitet im Kreis Düren weiter voran: Im kommenden Kindergartenjahr, das am 1. August beginnt, liegt die Betreuungsquote für Unter-Dreijährige bei 46,1 Prozent. Insgesamt stehen im gesamten Kreis - ohne Stadt Düren - 6573 Plätze in Kindertagesstätten zur Verfügung.

Rechnet man die Zahlen der Kindertagespflegestellen hinzu, wächst die Summe auf 7090 Stellen. Diese Zahl wurde in der vergangenen Woche dem Landesjugendamt mitgeteilt.

Landrat Wolfgang Spelthahn sagte in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses, dass man mit diesen Zahlen deutlich über den Durchschnitt liege, was den „ländlichen Raum“ betreffe. Zum Vergleich: In ganz Nordrhein-Westfalen lag die Quote im vergangenen Jahr im Schnitt bei 27,2 Prozent. Zugleich kündigte er an, dass man weiter in die Kinderbetreuung investieren werde, bat allerdings auch um Verständnis, dass nicht in allen Fällen eine massive Bauweise möglich ist: „Wir bauen so schnell aus, wie wir können. Dies hat allerdings auch zur Folge, dass wir hin und wieder mit Provisorien leben müssen.“ Bei der Qualität der Betreuung und der Innenausstattung werde man hingegen keine Kompromisse eingehen.

Die 7090 Betreuungsplätze für das kommende Kindergartenjahr setzen sich aus 4898 für Über-Dreijährige, was einer Versorgungsquote von knapp unter 98 Prozent entspricht, und 2192 U3-Plätzen zusammen. Der Ausbau soll weiter voranschreiten. Wie Kreissprecher Ingo Latotzki mitteilt, befinden sich konkret 26 Projekte kreisweit in der Förderung oder sind in der Planung. Dabei handelt es sich aktuell um zusätzliche 208 U3-Plätze und 319 Ü3-Plätze. Dies lässt sich auch im noch nicht von der Bezirksregierung genehmigten Haushalt des Kreises ablesen: Für das laufende Jahr 2019 sind 5,6 Millionen Euro für Gruppenerweiterungen und neue Gebäude vorgesehen. Bis zum Jahr 2030 will der Kreis eine Betreuungsquote von 60 Prozent erreichen.

Drei weitere Einrichtungen

Im Vergleich zum laufenden Kita-Jahr werden ab August drei weitere Einrichtungen in Betrieb sein: in Jülich, Merzenich und Niederzier. In anderen Orten wurde die Gruppenzahl vorhandener Tagesstätten erhöht. Lässt man die Stadt Düren, die ein eigenes Jugendamt unterhält, außen vor, befinden sich in der Zuständigkeit des Kreises für das kommende Kita-Jahr 24,5 Gruppen mehr als noch ein Jahr zuvor. Insgesamt werden ab August in 347,5 Gruppen Kinder betreut. Die Zahl der Plätze ist damit in den vergangenen zwei Jahren von 5826 (Kita-Jahr 2017/2018) auf 6573 gestiegen.

Die Situation in den einzelnen Kommunen des Kreises ist jedoch nach wie vor unterschiedlich: Während Jülich mit einer Betreuungsquote von 61 Prozent bei den U3-Jährigen im Landesvergleich sehr gute Zahlen aufweist, wird in Hürtgenwald eine Quote von 32,7 Prozent erreicht. Allerdings liegt auch diese Zahl über dem Landesdurchschnitt. Die Quote richtet sich nach der zum Stichtag 1. November gemeldeten Einwohner im Alter von unter drei Jahren.

Der Jugendhilfeausschuss sprach sich einstimmig für weitere Ausbauten aus: In Jülich und in Heimbach sollen insgesamt drei Großtagespflegestellen mit 27 Plätzen entstehen. Erweiterungen bestehender Kitas sind in Aldenhoven, Vettweiß-Disternich und Kreuzau-Thum geplant. Im Niederzierer Ortsteil Huchem-Stammeln soll eine neue Einrichtung in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt errichtet werden. Dort bevorzugt man allerdings keinen Neubau, sondern den Umbau eines bestehenden Gebäudes. Aktuell sieht man vor, das vom Awo-Bezirksverband Mittelrhein noch genutzte Gebäude für eine dreigruppige Kita herzurichten. Dies ist nach Ansicht des Trägers und der Kreisverwaltung die wirtschaftlich günstigere Variante. 

Ebenfalls entschieden wurde über die Zuteilung des Landeszuschusses für Einrichtungen mit zusätzliches Sprachförderung in Höhe 130.000 Euro und der Plus-Kita-Einrichtungen in Höhe von 275.000 Euro: Insgesamt 32 Einrichtungen erhalten Zuschüsse. Die Kriterien wurden im Arbeitskreis „Kindertageseinrichtungen“ beraten. Im Kreis soll zudem eine weitere Kita als Familienzentrum zertifiziert werden: Bis zum 12. April können sich Träger beim Dürener Kreisjugendamt bewerben.

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