Kreis Düren: SPD-Chef Nietan tritt nach 20 Jahren ab

Abschied nach 20 Jahren : Dietmar Nietan legt SPD-Vorsitz im Kreis Düren nieder

Es wird ein emotionaler Moment. Dessen ist sich Dietmar Nietan bewusst. Seit 20 Jahren steht der 54-jährige Dürener an der Spitze der SPD im Kreis Düren, war zuvor stellvertretender Vorsitzender und Beisitzer im Vorstand. Beim Kreisparteitag am Samstag in Niederzier wird er sein Amt abgeben.

„Mit meinem bisherigen Stellvertreter Max Dichant haben wir einen guten Nachfolger gefunden, der sicherlich auch neue Ideen einbringen wird“, ist Nietan überzeugt.

Als Nietan vor viereinhalb Jahren Bundesschatzmeister wurde, hatte er bereits den Vorsitz im SPD-Bezirk Mittelrhein zur Verfügung gestellt. Kreisvorsitzender wollte er bleiben, „solange das mit meiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter und Bundesschatzmeister vereinbar bleibt“, hatte der Dürener damals stets erklärt. Lange war dies auch kein Problem, zumal ihm „die Arbeit als Kreisvorsitzender immer großen Spaß gemacht hat“.

Angesichts der anhaltenden Krise der Bundes-SPD hat die Arbeit in der Parteispitze in den vergangenen Monaten aber eine Intensität angenommen, zeitlich wie psychisch, die Nietan überlegen ließ. In Berlin geht es in diesen Wochen und Monaten nach mehreren verlorenen Wahlen und desaströsen Umfrageergebnissen schließlich um nichts Geringeres als die Zukunft der SPD als Volkspartei.

Schon vor zwei Jahren wollte Dietmar Nietan sein Amt im Kreis Düren zur Verfügung stellen. Seinerzeit aber fand sich kein Nachfolger. Das ist jetzt anders. Mit großer Mehrheit ist Max Dichant, seit 2016 Nietans Stellvertreter im Kreisverband, vom geschäftsführenden Vorstand nominiert worden.

Nietan selbst wird nicht mehr für den Kreis-Vorstand kandidieren, will sich aber auch weiterhin in die Arbeit vor Ort einbringen – als Beauftragter der Kreisdürener Genossen für den Strukturwandel im Rheinischen Revier, der Nietan seit jeher besonders am Herzen liegt, und auch in einer Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der Kommunalwahl 2020 in Stadt und Kreis Düren.

Als Kandidat aber steht er nicht zur Verfügung, weder für die Bürgermeisterwahl in Düren noch für die des Landrates. „Das sieht meine persönliche politische Lebensplanung derzeit nicht vor“, stellt Nietan fest. Wenn seine Partei will, strebt er allerdings eine weitere Legislaturperiode im Deutschen Bundestag an, dem der 54-Jährige mit einer Unterbrechung von 2005 bis 2009 seit 1998 angehört, unabhängig davon, ob das nächste Parlament regulär im Herbst 2021 oder bereits früher gewählt wird.

Und auch Bundesschatzmeister seiner Partei würde der Dürener gerne über den Dezember 2019 hinaus – solange ist er gewählt – gerne bleiben. Nietan hat sich seit 2014 zu der einzigen Konstante im Willy-Brandt-Haus, der Berliner Parteizentrale der SPD, gemausert. In dieser Zeit erlebt die Partei bereits ihre dritte Vorsitzende, ihren vierten Generalsekretär und den dritten Bundes-Geschäftsführer.

Am Samstag wartet abererst einmal sein letzter Parteitag als Kreisvorsitzender auf ihn: „Das ist schon ein komische Gefühl, nach all den Jahren, schließlich war der Kreisvorsitz ein Amt, an dem ich sehr gehangen habe und in den ich viel Herzblut gesteckt habe“, betont der 54-Jährige. „Ich weiß aber, dass das Feld bestellt ist.“

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