Kreis Düren: Neue Angebote für Urlauber schaffen

Tourismus im Kreis Düren : Vom „Eifel.Turm“ über ganz NRW schauen

Die Zahlen sprechen für sich. Innerhalb der vergangenen acht Jahre, also von 2010 bis 2018, haben sich die Übernachtungszahlen im Kreis Düren von 262.903 auf 575.956 Übernachtungen pro Jahr mehr als verdoppelt.

„Wir befinden uns ununterbrochen im Steilflug“, sagt Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU). „Und ich bin davon überzeugt, dass die Tourismuszahlen noch weiter wachsen werden. Und das in dem Bereich auch noch deutlich mehr Arbeitsplätze entstehen werden.“

Heute arbeiten im gesamten Kreis Düren mehr als 5400 Menschen in der Tourismusbranche, wenn man wirklich alle Bereiche mitzählt, also zum Beispiel auch die Bademeister der Schwimmbäder. „Unser Kreis“, sagt Spelthahn, „hat einen wunderschönen Zipfel der Eifel erwischt. Und das müssen wir nutzen.“ In den Bereichen Kunst und Kultur, aber auch in punkto Gastronomie würde sich die Region stetig weiter entwickeln. „Der Michelin-Stern auf Burg Nideggen, aber auch die Veranstaltungen in der Kunstakademie in Heimbach und unser Festival ‚Bühne unter Sternen‘ locken immer mehr Menschen an.“

Auch wenn die Übernachtungszahlen in der vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind, hat sich die Verweildauer der Touristen verringert. Deutsche Gäste bleiben im Schnitt nur noch 2,6 Tage (vorher drei), ausländische reisen nach 3,8 Tagen wieder ab (vorher nach 5,6). „Das stimmt“, sagt Spelthahn. „Daran müssen wir arbeiten.“ Es reiche nicht mehr aus, Menschen Übernachtungsangebote zu machen. „Leute buchen sich nicht zwei Wochen in der Eifel ein um zu wandern. Das reicht nicht, schon gar nicht, wenn das Wetter vielleicht nicht so ideal ist.

Der Künstler Rainer Arke enthüllte sein Modell des „Eifel.Turms“ der in Raffelsbrand errichtet werden soll. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Wir müssen den Menschen entsprechende Angebote schaffen, damit sie länger bleiben.“ Dazu gehören das für Hürtgenwald geplante Landschaftsmuseum genauso, wie das Freizeitbad Monte Mare in Kreuzau, der geplante Rurufer-Radweg und die Möglichkeiten für Mountainbiker, die es im Kreis Düren schon gibt. „Was wir aber auch unbedingt brauchen, ist überall schnelles W-Lan“, sagt Spelthahn, „gerade auch für die jüngeren Gäste. Darüber hinaus fehlt es an vielen Stellen im Kreis Düren an Gastronomie, überhaupt an Orten, an denen die Touristen Geld ausgeben können.

Spelthahn: „Es ist definitiv so, dass man in unserer Region viel zu lange Radfahren kann, ohne die Möglichkeit zu bekommen, etwas verzehren zu können. Das müssen wir ändern.“ Erste Überlegungen gibt es auch bereits, beispielsweise soll in der Nähe der Firma Hoesch in Kreuzau, einem der ältesten Industriestandorte Europas, ein Info-Punkt mit Gastronomie entstehen. „Der Punkt liegt direkt am Rurufer-Radweg. Wenn es dann dort noch ein Industriedenkmal gibt, müssen wir das nutzen.“

Grundsätzlich ist der Landrat überzeugt, dass der Tourismus auch in Sachen Strukturwandel eine wichtige Rolle spielen wird. „Das gilt auch für den Nordkreis“, sagt er. „Hier sind es vor allem die Zahlen der Tagestouristen, die enorm boomen. Aber das Jufa-Hotel in Jülich und die Tatsache, dass das Hotel auf Burg Obbendorf deutlich erweitert wird, sprechen dafür, dass auch dort die Übernachtungszahlen steigen werden.“

„HöhenArt“ aus Hürtgenwald

Heimbach (59.558), Düren (49.675) und Nideggen (33.149) sind die Kommunen im Kreis mit den am  Abstand meisten Übernachtungen. Nur in der Gemeinde Hürtgenwald haben sich die Übernachtungszahlen deutlich weniger gut entwickelt. Spelthahn: „In Hürtgenwald müssen wir etwas tun, zum Beispiel, was die Attraktivität für die Mountainbiker angeht.“ Darüber hinaus soll aufgrund Initiative der Künstlergemeinschaft „HöhenArt“ ein „Eifel.Turm“ in Raffelsbrand entstehen.

„Das ist kein Projekt des Kreises Düren“, betont Spelthahn ausdrücklich. „Aber eins, das wir sehr unterstützen. Es ist gut, wenn es auch im Südkreis analog zum Indemann, der mittlerweile zu den fünf beliebtesten Ausflugszielen in NRW gehört, auch eine Attraktion gibt.“ Entwickelt wurde die Idee zu einem „Eifel.Turm“ von der Künstlergruppe „HöhenArt“ aus Hürtgenwald. Geplant ist einen überdimensionalen Holzkohlermeiler zu bauen.

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