Kreis Düren: Fotografieren im Schwimmbad - Verbot mit Ausnahmen

Fotografieren im Schwimmbad : Verbot mit Ausnahmen braucht Fingerspitzengefühl

Wer möchte gerne auf einem Handyfoto eines fremden Menschen in Badehose oder Bikini zu sehen sein und später bei Facebook auftauchen? Bei einem Besuch im Hallen- oder im Freibad kann das schnell geschehen, die Reaktionen der Menschen sind sehr unterschiedlich – und das Verständnis für entsprechende Verbote ebenfalls.

„Es geht zum einem um die Persönlichkeitsrechte der Gäste und zum anderen um das das Bedürfnis anderer, einen Tag im Schwimmbad, vielleicht einen Geburtstag oder die ersten eigenständigen Schwimmzüge des Kindes auf einem Bild festzuhalten“, weiß Detlef Schönen von Monte-Mare. Daher sei bei den Schwimmmeistern, die in erster Linie auf die Sicherheit der Gäste zu achten hätten, Fingerspitzengefühl gefragt. Während gedankenloses Fotografieren in die Menge unerwünscht sei, sei es eben durchaus möglich unter Rücksichtnahme und Berücksichtigung der Persönlichkeitsrechte anderer Badegäste sowie in Absprache mit dem Personal ein Bild des Kindes zu machen, das sich über seine ersten eigenständigen Schwimmzüge freut.

Ähnlich wird das auch im Hallenbad Jesuitenhof in Düren gehandhabt. Laut Badeordnung ist auch dort das Fotografieren verboten, auch wenn es keine Hinweisschilder gibt. „Nach Absprache mit dem Personal ist es aber durchaus erlaubt, ein Foto von der geburtstagfeiernden Kindergruppe zu machen“, erklärt Armin Ganser.

Niemanden stören

Wichtig sei, dass sich kein anderer Badegast gestört fühle. Komplizierter ist die Lage in Freibädern, wo die Bademeister kaum das gesamte Areal im Blick haben können, weil sie ihren Fokus schließlich auf die Wasserfläche richten müssen, um dort auf die Sicherheit der Schwimmer zu achten. Das sagt auch Klaus Schüller vom Dürener Badesee: „Wenn sich Gäste beschweren, weil sie sich gestört fühlen, suchen wir natürlich das Gespräch und bitten gegebenenfalls darum, ein Bild zu löschen. Die Menschen sollten beim Fotografieren schon Rücksicht nehmen und darauf achten, dass nur die Menschen im Bild sind, die auch fotografiert werden wollen.“

Handys grundsätzlich in den Bädern zu verbieten, hält Sigrid Baum, Pressesprecherin der Stadtwerke Jülich, die das Hallen- und das Freibad in Jülich betreiben, für keinen guten Weg. „Es ist doch vollkommen okay, wenn Leute Selfies machen.“ Grundsätzlich sei das Fotografieren in beiden Bädern aber untersagt. „Und wir bemühen uns auch, dieses Verbot zu kontrollieren“, sagt Baum. Im Hallenbad sei das jedoch deutlich einfacher als im Freibad. „Immer, wenn unsere Mitarbeiter sehen, dass jemand mit dem Handy fotografiert, weisen wir darauf hin, dass andere Badegäste nicht ohne deren Einverständnis fotografiert werden dürfen.“

(smb/kin)
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