Kreis Düren: Einwohnerzahl soll bis 2025 auf 300.000 steigen

„Wachstumsoffensive 2025“ : Kreis Düren will binnen sechs Jahren um 30.000 Einwohner wachsen

Im Schulterschluss mit den 15 Bürgermeister des Kreises setzt Landrat Wolfgang Spelthahn zur nächsten Offensive an. Sie wollen, dass der Kreis zwischen den Ballungsräumen Köln, Düsseldorf und Aachen als Heimat attraktiver wird. Wichtig ist bei dieser Vision auch: Neue Bürger bringen frisches Geld.

Theoretisch könnten 66.000 Bürger neu in den Kreis Düren ziehen. Der entsprechende Platz für Neubaugebiete sei auf die 15 Kommunen verteilt vorhanden, betont Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU). Und der Kreis will auch wachsen: Bis 2025 sollen mindestens 30.000 Menschen hinzukommen – und die Einwohnerzahl somit auf 300.000 steigen. Dass nach dem Ende der Tagebaue 760 Hektar neue Fläche entstehen, spielt eine wichtige Rolle.

Das Ziel ist ehrgeizig und ambitioniert, aber eben auch machbar, finden diejenigen, die die „Wachstumsoffensive 2025“ ausgerufen haben. Das sind der Landrat, die vierköpfige Stabsstelle Innovation und Wandel des Kreises und letztlich die Bürgermeister aller Kommunen, denn der Kreis allein kann nicht entscheiden, wie sich Städte und Gemeinden zu entwickeln haben. Der Gedanke hinter der Vision ist einfach: Neue Bürger, am besten gut qualifizierte mit Arbeit, sorgen für mehr Steuereinnahmen, was jedem Haushalt guttut.

Dass es gelingen kann, bis 2025 jährlich 5.000 Menschen in den Kreis Düren zu locken, begünstigt in den Augen der Planer das Umland. „Zunehmend unbezahlbarer“ Wohnraum in den Regionen Köln, Düsseldorf und Aachen steht „preisgünstiges Bauland“ im Kreis entgegen. Dürens Bürgermeister Paul Larue (CDU) führt bei dem Punkt an, dass die meisten Menschen, die nach Düren ziehen, aus Köln kommen.

Zusätzlich zu den günstigeren Baupreisen sind die gute Autobahn- und Bahnanbindung in diese Ballungsräume ein Pluspunkt für den Kreis. Das allein reicht jedoch nicht. „Arbeitsplätze sind noch wichtiger, und deswegen hat es oberste Priorität, die Infrastruktur für die Wirtschaftsstandorte im Kreis zu verbessern“, sagt Landrat Spelthahn. Das Stichwort Arbeitsplätze ist ein wichtiges in der Strategie des Kreises, um Neubürger zu werben. Arbeitnehmer, die zum Beispiel zum Forschungszentrum Jülich als größter Arbeitgeber im Kreis pendeln, sollen überzeugt werden, sich auch hier niederzulassen.

Die Kita-Beitragsfreiheit als ein Alleinstellungsmerkmal würde sich beim Zuzug bereits bemerkbar machen, sagt Spelthahn, und daher liege der Fokus jetzt auf der Verbesserung des Kita-Angebotes und der schulischen Infrastruktur.

Das grobe Konzept der „Wachstumsoffensive“ steht, konkrete Schritte sollen ab dem kommenden Jahr mit den Kommunen ausgelotet werden, erklärt Jens Bröker (Leiter Stabsstelle Innovation und Wandel). „Sicher ist, dass wir den Charakter des ländlichen Kreises erhalten und keine Verstädterung wollen“, hebt er hervor. Und Landrat Spelthahn unterstreicht: „Wir wollen jedoch nicht nur, dass Einfamilienhäuser gebaut werden. Wir werden auch bezahlbaren Mietwohnraum schaffen.“ Dabei stehe der Dürener Bauverein als Partner zur Seite.

Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch (CDU) als Sprecher aller Verwaltungschef begrüßt die Vision des Kreises, macht aber keinen Hehl daraus, dass es „eine schwierige Aufgabe“ sei: „Jede Kommune hat ihre eigenen Gedanken – und die jeweiligen Kommunalräte können auch ihre eigene Dynamik entwickeln.“

Wie sich die 30.000 Einwohner auf die 15 Kommunen verteilen sollen, ist noch nicht abzusehen. Klar ist aber, dass sich Düren und Jülich als größte Städte „mit überschaubaren Einheiten“ auch am stärksten entwickeln werden. Und Heimbach soll seinen Titel als „kleinste Stadt in NRW“ nicht verlieren.

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