Kreis Düren: ADAC-Prüfdienst wartet bei Supermärkten

ADAC-Prüfdienst : Weniger Kunden, weil die Autos heute mehr Elektronik haben

Früher standen Autofahrer beim mobilen ADAC-Prüfdienst Schlange. Heute nehmen sie sich kaum Zeit für de Sicherheit, sagen die Experten des Automobilclubs.

Viele Autofahrer kennen das: Im Winter, beim Starten des Wagens, will der Motor nicht auf Touren kommen. Sechs bis sieben Jahre ist eine Autobatterie im Schnitt funktionstüchtig. Statistisch gesehen. Die älteste Autobatterie, die Hermann Josef Hoffmann vom mobilen Prüfdienst des ADAC jemals geprüft hat, war zwölf Jahre alt. Sein Kollege Georg Sommer kann das noch überbieten: „Es ist unglaublich, aber nach 17 Jahren war die Batterie immer noch gut.“ Vor allem die Batterien der Autos älterer Fahrer, die oft nur noch kurze Strecken mit dem Pkw zurücklegen, neigen aber zu Problemen.

„Damit die Leute nicht irgendwann auf dem Supermarktparkplatz stehen und auf die Hilfe unserer Kollegen angewiesen sind, können sie ihre Batterien und die Lichtmaschine, die diese auflädt, überprüfen lassen, bevor es zu Problemen kommt. Oder wenn sich die ersten Anzeichen für eine schwächelnde Batterie zeigen“, erklärt Hoffmann. Auf dem gelben Prüfstand, der auf einem Lkw-Auflieger transportiert wird, brummt der Generator. Es sieht aus „wie beim Tüv“: Es gibt Rollen zur Prüfung der Bremsfunktion, „Rüttelplatten“ zum Testen der Stoßdämpfer und elektronisches Gerät für Messungen von Batterie und Lichtmaschine. Nebenan ist ein kleines Büro eingerichtet, in dem die Mitarbeiter sich vor dem Wind im Prüftunnel schützen. 

Unabhängige Meinung einholen 

Früher standen beim mobilen Prüfdienst des ADAC morgens auch schon einmal 20 Autos Schlange, die es abzuarbeiten galt. Die ausgefeilte Elektronik der ganz neuen Wagen – auch wenn diese ebenfalls ihre Tücken hat – lässt die Nachfrage etwas sinken. Dennoch ist das Team von „Container 5“ ständig auch im Kreis Düren im Einsatz. Auf Supermarktparkplätzen ist die große gelbe Prüfanlage weithin sichtbar. Vor allem Besitzer etwas älterer Modelle steuern sie an. Es sind Fahrer, die viel Wert auf Sicherheit legen oder ein unabhängige Meinung zum Zustand ihrer Bremsen und Stoßdämpfer einholen wollen.

„Viele Menschen kümmern sich heutzutage wenig um ihr Auto, nehmen sich auch nicht die Zeit dazu. Manche fahren auch noch weiter, wenn schon eine rote Lampe blinkt und schauen gar nicht erst ins Handbuch. Das kann aber teure Reparaturen zur Folge haben“, erklären die Experten, die auch bei gelbem Warnlicht schon zum Blick ins Handbuch raten, um schlimmeren Schäden am Auto vorzubeugen. Das Auto regelmäßig prüfen zu lassen, könne aber eben auch verhindern, nachts liegen zu bleiben.

Im Winter sind der Batterietest und die Kontrolle des Frostschutzes im Kühlsystem natürlich immer Thema. Im Sommer lassen Fahrer auch ihre Klimaanlage testen, manchmal auch, um nach kostspieligen Reparaturen einen Funktionstest zu machen. „Klimaanlagen können auch zu kalt sein, das wiederum kann zu Defekten an den Leitungen führen“, weist Sommer auf ein eher unbekanntes Problem hin. Wenn eine dieser Sachen nicht mehr funktioniert, ist das ärgerlich, aber nicht gefährlich. Anders sieht das bei Bremsen und Stoßdämpfern aus. „Diese Tests werden auch besonders häufig nachgefragt“, betont Sommer.

Georg Sommer testet mit einem Spezialgerät die Batterie eines Wagens. Foto: ZVA/Sarah Maria Berners

Die Bedeutung guter Bremsen erschließt sich leicht, aber auch bei den Stoßdämpfern geht es um die Fahrsicherheit: „Wenn die Stoßdämpfer nicht mehr gut sind, dann haben die Reifen weniger Haftung, und das Unfallrisiko steigt.“ Von den Prüfern gibt es einen Infozettel mit den Werten und eine entsprechende Einordnung, ob die Bremsen noch okay sind oder erneuert werden müssen. Und immer wieder beantworten die Fachleute auch Fragen und geben im Gespräch Ratschläge, worauf beim Blick unter die Motorhaube zu achten ist. Bei (sportlichen) Geländewagen mit Allradantrieb stößt die Prüfanlage aber an ihre Grenzen.

„Wenn wir ein paar Mal an einem Standort waren, kennen wir die Kunden oft schon. Manche haben einen ganzen Stapel von Prüfberichten im Handschuhfach und kommen seit Jahren“, erzählt Hoffmann.

(smb)
Mehr von Aachener Nachrichten