Kreis Düren: 2019 stärkere Kontrolle auf der Panoramastraße

Panoramastraße : Zusammenarbeit mit der belgischen und niederländischen Polizei

Der Kreis Düren und die Polizei werden die Kontrollen von Motorradrasern und denen, die auf der Panoramastraße für erhebliche Lärmbelästigung der Anwohner sorgen, weiter verstärken und vor allem auf mehr Zusammenarbeit mit anderen Behörden setzen.

Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) gab beim dritten Runden Tisch „Panoramastraße“ bekannt, dass die Polizei mit der im April startenden Motorradsaison einen zweiten Provida-Fahrer einsetzen wird. Das Provida-Motorrad ist mit einer Kamera ausgestattet und zeichnet Verstöße im Straßenverkehr beweissicher auf. In der Vergangenheit war jedoch nur ein Beamter damit unterwegs, der sich auch einen Namen in der Szene gemacht hat. Mit einem zweiten Fahrer erhöhen sich also Schichtzahl und Flexibilität.

Außerdem verstärken Kreis und Polizei ihre Kooperationen mit den Behörden in Köln und Bonn (unter anderem Tüv), weil sie Experten für die Tuningszene seien – also die Motorradfahrer kennen, die ihre Zweiräder aufmotzen, potenziell auch gegen die Norm. Neu für die Strategie im Jahr 2019 ist die engere Zusammenarbeit mit der niederländischen und belgischen Polizei. „Wir versuchen, einer Ursache an der Quelle zu begegnen“, betonte Landrat Spelthahn, denn eine nicht unerhebliche Zahl der Sünder komme aus den Nachbarländern.

Häufig zahlen sie ihre teilweise mehr als 1000-Euro-Strafe vor Ort in bar. Das Geld hätten viele bereits abgezählt dabei. Weil viele Vergehen wie krasse Tempoverstöße in den Nachbarländern noch teurer sind, drückten Belgier und Niederländer in der Eifelregion unbeschwerter zu stark aufs Gas.

Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch (CDU), in dessen Kommune der kurvenreiche besonders beliebte Teil der Panoramastraße L 218 (ehemalige ADAC-Rennstrecke) liegt, kündigt für Dienstag, 9. April, eine „große und professionelle Kampagne“ an. Details nannte er nicht, aber alle Beteiligten erhoffen sich von der Veranstaltung einen nachhaltigen Erfolg gegen die schwarzen Schafe der Motorradszene.

Wenn der Landrat über das abgelaufene Jahr spricht, nennt er die 114 Einsätze und zwei Schwerpunktkontrollen mit dem Tüv, der auf veränderte Auspuffanlagen spezialisiert ist, einen Erfolg. Das „effizienteste Mittel“ sei weiterhin das Provida-Krad, das „521 Maßnahmen gegen Motorradfahrer in der Eifel veranlasst hat“. Der Einsatzradius beschränkte sich dabei nicht auf die Panoramastraße. Auch die beliebten Strecken rund um Schmidt und Brück gehörten dazu; manche Fahrer wurden nach einer Verfolgung auch erst in Gemünd gestoppt.

Polizeieinsatz außergewöhnlich

Landrat Spelthahn, Bürgermeister Buch und Wolfgang Heimbach (Leiter der Direktion Verkehr der Kreispolizei) betonten beim Runden Tisch, dass die Einsätze der Polizei in der Intensität wie auf der Panoramastraße außergewöhnlich seien. Denn in anderen Regionen kümmere sich die Polizei nicht um Lärmbelästigung, die von Motorrädern ausgehe, weil die Beamten ausgelastet seien. Diesen Punkt bestätigte Michael Wilczynski vom Bundesverband der Motorradfahrer.

Der Verband verfolgt ebenfalls das Ziel, gegen Sünder vorzugehen, präventiv zu arbeiten, aber zu vermeiden, die ganze Szene unter Generalverdacht zu stellen. Landrat Spelthahn wies erneut ausdrücklich darauf hin, dass die 2018 diskutierte Sperrung der Panoramastraße für Motorradfahrer keinen Erfolg gehabt hätte: „Andernorts wurden Sperrungen gerichtlich wieder aufgehoben.“ Michael Wilczynski ist übrigens derjenige, der gegen derartige Sperrungen erfolgreich geklagt hatte.

Zu dem Runden Tisch waren auch Anwohner geladen. Am Vossenacker Ortsrand sind sie vom Motorradlärm besonders betroffen, weil die Panoramastraße ins Tal führt und dieser natürliche Trichter den Lärm verstärkt. Sie kritisierten die geringere Anzahl von Kontrollen in der zweiten Saisonhälfte, was zu regem und lautem Betrieb auf der Strecke geführt habe. Wolfang Heimbach hatte dafür eine Erklärung: „Wir hatten mit dem Hambacher Forst eine zweite Großeinsatzlage, und wir können nun mal nur an einem Ort sein.“ Eine lückenlose Präsenz auf der Panoramastraße sei ohnehin nicht möglich, dafür fehle schlicht das Personal.

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