Kreis Düren: 1000 Schüler bei Projekt zur Berufsorientierung

Projekt zur Berufsorientierung : Schüler entdecken spielend ihre Talente

Was kann ich eigentlich richtig gut? Wo liegen meine Stärken? Und gibt es Talente, von denen ich selbst vielleicht noch gar nichts wusste? Um diese Fragen geht es in dieser Woche für rund 1000 Schüler aus dem Kreis Düren, die sich an dem Projekt „Komm auf Tour – meine Stärken, meine Zukunft“ beteiligen.

In der Kreuzauer Festhalle ist dafür ein 500 Quadratmeter großer Parcours mit vier Stationen aufgebaut, an denen die Kinder aus den siebten und achten Klassen spielerisch erfahren können, wo ihre Stärken liegen. „Es geht darum, dass sich die Kinder schon frühzeitig damit auseinandersetzen, dass nach der Schule noch etwas kommt“, erklärt Ellen Stollenwerk vom Kreis Düren.

Dabei geht es den Veranstaltern gar nicht unbedingt darum, dass die Schüler nach dem Parcours genau wissen, was sie werden möchten. Es geht darum, sich überhaupt mit den eigenen Fähigkeiten und der Berufswahl zu befassen. In den folgenden Schuljahren wird dieses Thema dann beispielsweise mit der Berufsberatung noch intensiviert.

„In den siebten und achten Schuljahren haben viele Schüler einen Durchhänger, es fällt ihnen nicht immer leicht, sich für die Schule zu motivieren“, sagt Alena Klosky, Lehrerin für Mathe und Religion an der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich. Gerade dann sei es aber wichtig, zu zeigen, in welche Richtung der Schulweg führt, wo es in Zukunft hingehen könnte, ergänzt ihr Kollege Florian Post, Lehrer für Chemie und Religion.

Stadt und Kreis Düren haben die Aktion „Komm auf Tour“ gemeinsam mit der Arbeitsagentur und der Sparkasse nach Kreuzau geholt, weil sie die spielerische Auseinandersetzung mit Stärken im Gesamtpaket der Berufsfindung für einen wichtigen Baustein halten.

Und die Schüler? Sie widmen sich teils schüchtern teils mit Freude den Aufgaben, bauen einen Küchenabfluss zusammen, erproben ihren grünen Daumen, versuchen in einem Labyrinth ihren Weg zu finden. Und sie freuen sich über „Stärkepunkte“ in verschiedenen Farben, die es für sprachliche Fähigkeiten, handwerkliches Geschick, Ordnungssinn, mathematisch-strategisches Denken, Kreativität und Phantasie, Umweltbewusstsein- und Tierfreundlichkeit sowie das Talent zu helfen oder andere zu unterstützen gibt.

Dass im Leben nicht immer alles ganz nach Plan läuft, erklärte auch Dürens Bürgermeister Paul Larue, der früher mal Zoodirektor werden wollte, dann auf Lehramt studierte aber keine Stelle fand und später in der Erwachsenenbildung arbeitete – bis er Bürgermeister wurde: „Wir haben auch unseren Kindern mit auf den Weg gegeben, dass sie etwas machen sollen, was ihnen Spaß macht, denn das kann man für gewöhnlich auch gut.“

(smb)
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