Schuld sind Schädlinge und Trockenheit: Kranke Bäume am Hambacher Forst werden gefällt

Schuld sind Schädlinge und Trockenheit : Kranke Bäume am Hambacher Forst werden gefällt

An neun Stellen im Vorfeld des Tagebaus Hambach muss RWE Power Bäume fällen, damit niemand aufgrund von umstürzenden oder kranken Bäume zu Schaden kommt. Dies teilt das Unternehmen mit.

Diese Arbeiten werden von der Verkehrssicherungspflicht des Waldeigentümers ausgelöst und sind auch während der Vegetationsperiode vorgeschrieben. Die Bäume seien infolge der Trockenheit des vergangenen Sommers sowie aufgrund von Schädlingsbefall abgestorben oder unheilbar geschädigt. Sie könnten umstürzen oder Pilzsporen und andere Allergene verbreiten. In diesem Jahr sind nach der Erfahrung der zuständigen Förster ungewöhnlich viele Bäume betroffen, was sich mit den Beobachtungen vieler Kollegen in staatlichen Wäldern und Parks deckt, heißt es.

RWE Power betont, dass die Baumschäden nichts mit dem Tagebau Hambach zu tun haben. Die Bagger hielten angemessenen Abstand zum verbliebenen Hambacher Forst, kämen also den Wurzeln nicht zu nahe. „Die Bäume versorgen sich seit jeher aus dem Waldboden mit der nötigen Feuchtigkeit, die aus den Niederschlägen stammt. Ihr Wurzelwerk hatte noch nie Grundwasserkontakt, einen Einfluss durch die Arbeit der Bagger oder die tagebaubedingte Grundwasserabsenkung gibt es nicht“, erläutert Werner Sihorsch, Leiter der Abteilung Rekultivierung von RWE Power. „Die zu entfernenden Bäume sind wie viele andernorts auch krank oder tot. Wir werden nur so viele fällen, wie es die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und Waldbesucher erfordert.“

Vom Kiefernprachtkäfer befallen

Von den akut notwendigen Fällungen betroffen sind zum Beispiel Nadelbäume an der L257 bei Morschenich. Sie sind vom Kiefernprachtkäfer befallen, instabil und können auf die Straße fallen. Auch an Wegen im besetzten Bereich des Hambacher Forsts liegen Bestände, die von Parasiten und von der Rußrindenkrankheit der Ahorne heimgesucht wurden. Das gilt zum Beispiel für Fichten, die dem Borkenkäfer zum Opfer fielen. Andere Bereiche liegen im Merzenicher Erbwald, an der Hambachbahn und auf dem Tagebaugelände. „Die Waldarbeiten dienen der akuten Gefahrenbeseitigung. Deshalb appelliere ich an die Waldbesetzer, die Arbeiten nicht zu behindern“, betont Sihorsch.

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