Düren: Kraftstoff-Klau endet vor Gericht

Düren: Kraftstoff-Klau endet vor Gericht

Im November 2011 hatten Vater (61) und Sohn (37) aus Düren offenbar keine Lust mehr auf teure Spritpreise. Wochenlang stahlen sie Diesel Kraftstoff für den eigenen Verbrauch und auch, um ihn zu verkaufen. Am Donnerstag mussten sich beide, sowie ein ehemaliger Angestellter des Sohnes vor Gericht verantworten.

Der Vater (61) war damals bei einer Firma beschäftigt und hatte einen Tankwagen zur Verfügung. Das Unternehmen in einer Nachbargemeinde hat Baufahrzeuge in Gebrauch, und die mussten auf den verschiedenen Baustellen regelmäßig betankt werden.

Statt nun mit dem Tankwagen geradewegs zu den Baufahrzeugen zu fahren, machte der Angeklagte regelmäßig einen Umweg. Er fuhr zur Firma seines Sohnes in Düren und füllte dort Kraftstoff in bereitstehende Behälter um. Ein Angestellter (51) des Sohnes bekam die Aufgabe, den Sprit an Freunde abzugeben, die für Diesel für einen Euro pro Liter kauften.

Anwohner stellen sich Fragen

Der Angestellte meinte vor Gericht, er sei in die Sache nicht eingeweiht gewesen. Der Mann musste aber zugeben, dass er sich gelegentlich schon gedacht hatte, dass da auf dem Grundstück nicht alles mit rechten Dingen zuging.

Das „Geschäft“ florierte, die Firma wurde nicht auf den Diebstahl aufmerksam, obwohl vom 17. bis zum 28. November fast täglich Kraftstoff gestohlen wurde. 4661 Liter plus einige Fässer sollen es, laut Staatsanwalt „mindestens“ gewesen sein.

Restlos alles gestanden

Aufmerksam wurden nur die Nachbarn des Sohnes in Düren, weil plötzlich ziemlich viele Autos auf das Grundstück fuhren und dann stets bald wieder weg. Die Nachbarn informierten schließlich die Polizei, und die legte sich in der Nähe auf die Lauer und observierte das Gelände. Als klar war, was ablief, war dieser Angeklagte sofort zu umfassenden Aussagen bereit. Das verschaffte ihm vor Gericht einen kleinen Vorteil.

Trotz drei Angeklagten, drei Rechtsanwälten und einer Dolmetscherin, die aus dem Russischen übersetzen musste: Richterin Anne Utzelmann behielt den Überblick. Die drei Angeklagten waren niedergeschlagen und kleinlaut, sie sagten fast kein Wort. Sie ließen ihre Anwälte übermitteln, dass alle Vorwürfe stimmen.

Nur der Sohn hat Vorstrafen. 2006 wurde er beispielsweise wegen Unterschlagung verurteilt. Eine Strafe von einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung hielt der Staatsanwalt für ihn für angemessen. Das Schöffengericht hielt ein Jahr und zwei Monate für den Sohn und ein Jahr für den Vater für passend. Beide Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt. Der Ex-Angestellte kam mit einer Geldstrafe von 2100 Euro davon.