Düren: Konzerte zu Ehren von Georg Philipp Telemann

Düren : Konzerte zu Ehren von Georg Philipp Telemann

Die Musikreihe „TonSpuren“ ist ein engagiertes Projekt des Kunstfördervereins Kreis Düren, das Konzerte in historischer Aufführungspraxis in den Fokus rückt. Das bedeutet, dass Musiker auf Instrumenten spielen, die zu Lebzeiten der Komponisten, deren Werke gespielt werden, üblich waren.

Als Georg Philipp Telemann in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts komponierte, waren das zum Beispiel Violine, Viola und Cembalo. Beim jüngsten „TonSpuren“-Konzert führten die Musiker des Barockensembles „CordArte“ mit Daniel Deuter (Violine), Heike-Johanna Lindner (Viola da gamba) und Markus Märkl (Cembalo) ihr aktuelles Programm zum Telemann-Jahr anlässlich dessen 250. Todesjahres in der Kulturfabrik Becker und Funck auf.

Die Zeitgenossen des Barock-Komponisten Georg Philipp Telemann hatten für seinen Musikstil einen bestimmten Begriff. „Vermischter Geschmack“ bezeichnete — in Abgrenzung zum bis dahin vorherrschenden „Nationalstil“ — den Mix von nationalen musikalischen Eigenarten. Telemann gilt als Meister dieser Bewegung. Er reiste durch Europa und hörte sich um — in Konzertsälen genauso wie in Wirtshäusern und auf der Straße. 1737 reiste er nach Paris, sammelte musikalische Eindrücke und traf sich mit den berühmtesten französischen Musikern seiner Zeit.

Die Musiker von „CordArte“, die sich selbst als „Schatzgräber der Musikgeschichte“ bezeichnen, fanden seine in Frankreich entstandenen oder von französischer Musik inspirierten Kompositionen so spannend, dass sie ihr Programm genau diesen Einflüssen widmeten und es „À l’honneur de Monsieur Telemann“ (Herrn Telemann zu Ehren) nannten. Beim Konzert in Düren nutzten rund 100 Liebhaber „Alter Musik“ die Gelegenheit, diesen Einflüssen nachzuspüren. „CordArte“ spielte überwiegend Werke des Komponisten, aus denen die französischen Einflüsse der Zeit deutlich herauszuhören waren. Markus Märkl beschrieb diese Eigenheiten französischer Musik so: Überwiegend höfisch, sei sie durchdrungen gewesen von der damaligen Etikette.

Mini-Opern gleichend bilde sie den ständigen Wechsel von schwer zu leicht, von Ouvertüre zu Witzigem ab, sei durchgängig elegant und voller Verzierungen. Die Musiker präsentierten die Telemann-Kompositionen vor der Pause gemeinsam mit einer Sonate und einer Suite des Franzosen Marin Marais, die etwa zeitgleich — also in den 20er Jahren des 18. Jahrhunderts — entstanden war. Nach der Pause stellten sie Telemanns Musik in Beziehung zu Stücken seiner deutschen Zeitgenossen Dietrich Buxtehude und Johann Sebastian Bach.

Deuter, Lindner und Märkl sind sowohl im Ensemble als auch solistisch international erfolgreich und erkunden seit Jahrzehnten Mittel und Klang der „Alten Musik“. Kein Wunder, dass ihr virtuoser Vortrag die Zuhörer begeisterte, die mucksmäuschenstill und konzentriert zuhörten und zum Ende der musikalischen Zeitreise schließlich großzügig applaudierten. Die Idee, „Alte Musik“, also Musik des Mittelalters, der Renaissance und des Barocks, nach Düren zu bringen, hatte Darja Großheide, Organisatorin der Reihe und selbst Profi-Musikerin (Traversflöte). Die Dürenerin hatte die Konzertreihe 2010 angeregt.