Düren: Kommunikationsseminar für Flüchtlinge gut besucht

Düren : Kommunikationsseminar für Flüchtlinge gut besucht

Arabisch, Russisch und Türkisch sind nur einige der mehr als 13 verschiedenen Muttersprachen und noch viel mehr Zweit-und Drittsprachen, die die Teilnehmer des Integrationsseminars zum Thema Kommunikation beherrschen. Die Gruppe von rund 20 Geflüchteten traf sich nun zum vierten Mal in den Räumen des Malteser Hilfsdienstes in Norddüren.

Trotz der hohen Temperaturen war diese Veranstaltung der Reihe Integrationsbausteine, die besonders auf geflüchtete Eltern ausgerichtet ist, gut besucht.

Das Elternbildungsangebot des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) wird in acht Sitzungen in Düren von der Evangelischen Gemeinde zu Düren und dem Tamil Makkal Kultur e.V veranstaltet. Vasuki Nandapalan und Elankeeran Tharmalingam leiten das Seminar und erklären teilweise mit Händen und Füßen, wie man besonders gut eine neue Sprache aufschnappen, sich aber auch mit Mimik und Gestik verständigen kann.

Tharmalingam ist mit zwölf Jahren mit seinen Eltern aus Sri Lanka geflohen. Das ist nun schon über 30 Jahre her, und er möchte selbst geflüchteten Familien helfen. „Ich möchte, dass die Familien in Deutschland ankommen können“, sagt der 42-jährige. „Damals gab es diese Hilfen nicht. Ich hatte es selber schwer und möchte jetzt mein Wissen weitergeben.“ Es sei wichtig, nicht nur Sprache zu vermitteln, sondern auch, was in der Erziehung hier in Deutschland erwartet wird. Es gäbe viele Möglichkeiten, vor allem für die Kinder. Damit sie wahrgenommen werden können, müssten die Eltern aber informiert werden.

Das Angebot zieht vor allem Mütter an. Viele kommen nur selten vor die Tür, ob nun aus Furcht oder weil sie für die Teilnahme an solchen Veranstaltungen auf eine Kinderbetretung, die hier in einem Nebenraum angeboten wurde, angewiesen sind. Sarah Egal kennt dieses Problem nur zu gut. Sie ist aus Somalia geflohen und, während sie inzwischen perfekt Deutsch spricht, haben viele geflohene Mütter aus ihrem Bekanntenkreis Probleme mit dem Ankommen.

Beim Seminar ist sie eigentlich nur als Unterstützerin und Dolmetscherin dabei. „Dieser Kurs hat schon sehr viel bewirkt“, sagt sie. „Viele die jetzt hier sind, sind sonst eigentlich nie aus dem Haus gekommen. Dazu muss man auch erst einmal den Mut finden. Es ist so wichtig, dass die Eltern unter Leute kommen und sich bemühen, Deutsch zu lernen, auch um ihre Kinder im Alltag besser unterstützen zu können.“ Die 32-jährige hat selbst drei Kinder und weiß, wie wichtig Kommunikation für die Integration ist.

Anhand von Bildern und mit ganz viel Humor wurde dann im Seminar erklärt, wie man auch ohne perfekte Sprachkenntnisse kommunizieren kann. Die Unterrichtssprache ist natürlich Deutsch, so werden ganz nebenbei auch Vokale vermittelt.

Tharmalingam erklärt, wie einfach eine Verständigung möglich ist: „Ich spreche auch mit Absicht einfaches Deutsch oder nutze übertriebene Gestik und Mimik, wenn ich einen Begriff erkläre. Das Wort wird so mit dem Gesehenen und Gehörten verknüpft, und, selbst wenn man sich nicht alles merken kann, nimmt man dann ein Gefühl für das Wort mit.“

Um die drei Stunden des Seminars bei hochsommerlicher Hitze entspannt zu gestalten, gab es außerdem für alle Teilnehmer alkoholfreie Cocktails. Was alle am Ende aus der Seminareinheit Kommunikation mitnehmen können, fasst Vasuki Nandapalan treffend zusammen: „Wir sprechen alle verschiedene Muttersprachen, aber kommunizieren können wir trotzdem miteinander, ob nun auf Deutsch oder mit Händen und Füßen.“

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