Kölsche Nacht in Niederzier: Beste Stimmung mit "Brings"

„Kölsche Nacht“ : „Brings“ rocken vor 1600 Menschen beim Maifest in Niederzier

1600 best gelaunte Menschen vor der Bühne, fünf fantastisch aufgelegte Musiker von „Brings“ auf derselben – die 25. Auflage der „Kölschen Nacht“ der „Maifreunde Niederzier“ war für Publikum wie Band gleichermaßen der perfekte Abend.

„Ihr seid einfach geil“, rief Peter Brings den feierfreudigen und äußerst textsicheren Fans der Kölsch­rocker zu. Und damit war eigentlich alles gesagt. „Brings“ war zum vierten Mal in Niederzier, zuletzt ist die Band vor drei Jahren bei der „Kölschen Nacht“ aufgetreten. Und weil es der Band um die beiden Brüder Peter und Stephan Brings in der Tagebaugemeinde so gut gefallen hat, haben sie damals den Maifreunden das Versprechen abgenommen, schon bald erneut in Niederzier auftreten zu dürfen. „Diese Vorlage haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen“, sagte Sebastian Wirtz, Vorsitzender der „Maifreunde Niederzier“. „Und deswegen haben wir die Band zu unserem Jubiläum wieder eingeladen. Das passte einfach.“

Rund zwei Stunden haben die beiden Brings-Brüder mit Kai Engel (Keyboard), Harry Alter (Gitarre) und Christian Blüm (Schlagzeug) die Bühne gerockt. Vorher hatte Linus, vielen bekannt von der Talentprobe am Kölner Tanzbrunnen, dem Publikum tüchtig eingeheizt. „Brings“ präsentierte dem Publikum (fast) alle bekannten Hits von „Hallelujah“ bis „Superjeilezick“. Es gab Fetziges und schöne Balladen, die Mischung hat einfach gestimmt. „Das geht in die Beine und ins Herz“, hat Jacqueline Dederichs aus Düren ihr Konzertgefühl beschrieben. „Man kann abtanzen, schunkeln und mitsingen – der Abend macht einfach nur riesigen Spaß.“ Joachim Conradi aus Hürtgenwald hat seit zehn Jahren keine „Kölsche Nacht“ ausgelassen. „Es ist die Atmosphäre, die uns so gefällt“, sagt er. „Alle feiern zusammen eine Kölsche Party.“

Michael Schmitz (links) und Sebastian Wirtz von den Maifreunden Niederzier haben die „Kölsche Nach“ mitorganisiert. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Warum die Maifreunde vor einem Vierteljahrhundert am Maifest-Freitag die „Kölsche Nacht“ eingeführt haben, ist schnell erklärt. „Der Freitag“, sagt Michael Schmitz, der sich seit sechs Jahren mit um die Organisation der Kultveranstaltung kümmert, „war immer unser schwächster Tag, was die Besucherzahlen angeht. Früher gab es freitags eine Disco. Wir haben die ‚Kölsche Nacht’ eingeführt. Und es hat funktioniert.“

Bei der ersten Auflage haben die Niederzierer mit „Echte Fründe“, „Schweess Fööss“ und „Kaczmarek“ komplett auf Bands aus der Region gesetzt. „Aber schon beim zweiten Mal“, erzählt Schmitz, „waren die ‚Räuber’ bei uns. Und seitdem hatten wir fast alle bekannten Kölner Bands hier.“ Zweimal haben die „Maifreunde“ versucht, „Ballermann“-Stimmung auf ihr Fest zu zaubern und auf Schlager gesetzt. „Die Resonanz war nicht ganz so gut“, sagt Schmitz. „Wir sind ziemlich schnell auf die Kölsch-Schiene zurückgekommen.“

Nicht ausverkauft

Mit 1600 Konzertbesuchern war das Festzelt an der Weihbergstraße am Freitagabend nicht ausverkauft. „Wir sind mit dieser Besucherzahl schon zufrieden“, sagt Sebastian Wirtz, Vorsitzender der „Maifreunde Niederzier“. „Aber das Zelt ist eben nicht ganz voll.“ Ebenfalls am Freitag gab es im benachbarten Inden zum Schützenfest-Auftakt „Kölsch rockt Inden“ mit den drei Kölner Bands „Miljö“, „Domstürmer“ und „Paveier“. Im Juni spielen die „Bläck Fööss“ am Dürener Badesee, im Juli kommen die „Höhner“ nach Niederzier. Kurzum: Veranstaltungen à la „Kölsche Nacht“ gibt es im Dürener Land immer häufiger. „Für uns ist es natürlich nicht so schön“, dass immer mehr das machen, womit wir vor 25 Jahren als eine der ersten gestartet sind“, erklärt Sebastian Wirtz. „Kölsche Musik ist fast schon ein Lebensgefühl, das bei vielen Leuten einfach sehr gut ankommt.“

„Brings“, ergänzt Michael Schmitz, sei trotzdem noch einmal etwas Besonderes gewesen. „Die haben bei uns das einzige Vollkonzert in diesem Jahr im Kreis Düren gespielt.“ Nichtsdestotrotz werde es immer schwieriger, das Publikum zu begeistern. Schmitz: „Wir merken die Konkurrenz, weil immer mehr Gruppen und Vereine Veranstaltungen mit Kölscher Musik machen.“

Rund 1600 Musikfreunde feierten im Festzelt in Niederzier eine riesige Kölschparty mit Peter Brings und seiner Band. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Gleichwohl wird es im nächsten Jahr wieder eine Kölsche Nacht geben. „Auf jeden Fall“, sagt Sebastian Wirtz und lacht. „Das Programm steht auch schon. 2020 treten Marita Köllner, ‚Miljö’, die ‚Klüngelköpp’ und die ‚Räuber’ bei uns auf.“

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