Düren: Kölnstraße: Von der Baustelle zur Schaustelle

Düren: Kölnstraße: Von der Baustelle zur Schaustelle

Eine Baustelle soll ein wenig zur Veranstaltungsmeile werden: Ab Januar wird die Kölnstraße im Herzen Dürens saniert. Da die mehr als 30 Geschäfte in der Einkaufsstraße einen zu befürchtenden Umsatzrückgang so weit wie möglich in Grenzen halten wollen, werden sie die zirka einjährigen Arbeiten mit verschiedenen Veranstaltungen in der Baustelle begleiten.

Ulf Minartz, der als Geschäftsmann selbst von den Arbeiten betroffen ist, hat sich in Aachen, Krefeld und Neuss Anregungen geholt und sagt: „Die Baustellen dort haben dazu geführt, dass die Kunden nicht in erheblichem Maß weggeblieben sind.“

Unter anderem sind Baustellenpartys, eine Rallye für Kinder, Fotoaktionen, ein Konzert und Einbindungen in Stadtfest und „Düren leuchtet“ geplant. Zudem soll fortlaufend über den Stand der Arbeiten informiert werden — auf einer Homepage oder in sozialen Netzwerken und über andere Medien. Die Aktionen, so Minartz, würden von allen Geschäftsleuten auf dem rund 200 Meter langen Straßenstück mitgetragen. Die Händler finanzieren die Baustellen-Events, erwarten aber auch Zuschüsse der Stadt. Wie hoch die Aufwendungen sein werden, können die Händler noch nicht sagen. Derzeit wird nicht nur geplant, sondern auch gerechnet.

Das mehr als 40 Jahre alte Pflaster der Kölnstraße wird erneuert, zudem werden Kanäle neu verlegt beziehungsweise ausgebessert. Rechts und links der Fußgängerzone sollen Bäume gepflanzt werden, überdies wird es Sitzbänke geben. An der Ecke Kölnsstraße/Schützenstraße soll die dortige Grünanlage ebenso neu gestaltet werden. Die Kosten betragen zirka 1,2 Millionen Euro. 80 Prozent davon sollen über den Masterplan aus Städtebaufördermitteln fließen, außerdem müssen laut einer Verwaltungsvorlage die Anlieger herangezogen werden. Die Arbeiten sind insgesamt auf ein Jahr veranschlagt, sollen aber das Weihnachtsgeschäft 2016 nicht mehr tangieren,.

„Wir wollen die Arbeiten positiv darstellen“, sagt Ulf Minartz. Die Wahrnehmung von innerstädtischen Baustellen falle zumeist negativ aus. Die Läden sollen über die gesamte Zeit zugänglich bleiben, wenn möglich barrierefrei. Um Geschäfte sauberen Fußes betreten zu können, soll ein grüner Kunstrasenstreifen verlegt werden. Im Sommer soll ein Konzert in der Baustelle stattfinden, zudem eine Ausstellung. Bauzäune sollen mit Planen, teils humorvoll beschriftet und bebildert, verziert werden.

Schilder sollen nicht nur informieren, sondern auch unterhalten. Wenn zum Familientag im Frühjahr Kinder auf der Baustelle im Sand buddeln können und je nach Fund Preise gewinnen, wird ein Schild mit der Aufschrift: „Betreten der Baustelle nur für Kinder. Für Erwachsene ohne Begleitung von Kindern verboten!“ aufgestellt. Eine Webcam und ein Fotograf werden die Arbeiten kontinuierlich dokumentieren. Auf einer Tafel werden an der Ecke Kölnstraße/Schützenstraße alte Fotos aktuellen Bildern gegenübergestellt, zudem wird es Ansichten geben, die zeigen, wie die sanierte Kölnstraße Ende 2016 aussehen wird.

Für die Aktion „Von der Baustelle zur Schaustelle“ ist für Veröffentlichungen ein einheitliches Design geschaffen worden. Ein Maskottchen begleitet alle Aktionen: es ist ein Igel mit Bauhelm, für den noch ein Name gesucht wird.

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