Knapp 30 Beschwerden wegen Lärmbelästigung bei „Nibirii“-Festival

Beschwerden wegen Lärmbelästigung : Schall-Limit „penibelst eingehalten“

Rund 30 Beschwerden wegen Lärmbelästigung aufgrund des „Nibirii“-Festivals sind beim städtischen Ordnungsamt eingegangen, eine „eher geringe Zahl“, wie Rechtsdezernentin Christine Käuffer auf Anfrage unserer Zeitung gesagt hat. Auch die Polizei spricht von „einer gelungenen und ruhigen Veranstaltung“ mit verhältnismäßig wenigen Einsätzen – gemessen an der hohen Besucherzahl.

Ein Schallschutz-Sachverständiger und Mitarbeiter des Ordnungsamtes sind während der gesamten Veranstaltung in den Orten rund um den Badesee unterwegs gewesen, um die Lautstärke zu messen. „Nicht einmal die vorgeschriebenen Grenzwerte sind überschritten worden“, betonte Käuffer. Bis 20 Uhr waren ab der nächsten Wohnbebauung 70 Dezibel erlaubt, ab 22 Uhr 65 und von 22 bis 3 Uhr nur noch 60 Dezibel. Zum Vergleich: 65 Dezibel entsprechen der Lautstärke eines normalen Gespräches oder einem Fernseher in Zimmerlautstärke.

„Die Werte“, bekräftigt Käuffer, „sind penibelst eingehalten worden. Wir sind allen Beschwerden nachgegangen und haben bei den Menschen vor Ort gemessen. Teilweise haben unsere Mitarbeiter dort nur 35 Dezibel festgestellt.“

Im Vorfeld von „Nibirii“ haben die Festival-Veranstalter zudem an die Anwohner in Mariaweiler, Gürzenich, Derichsweiler und Echtz Info-Schreiben verteilt. Anwohner in unmittelbarer Nachbarschaft hatten die Möglichkeit, Freikarten zu bekommen, die anderen immerhin ermäßigte Tickets. Veranstaltungsleiter Willi Wolff: „Davon haben sehr viele Gebrauch gemacht, mehr als ich gedacht hätte.“

Ob das „Nibirii“-Festival im nächsten Jahr an drei Tagen, wie es sich die Veranstalter aus Köln wünschen, oder überhaupt noch einmal stattfinden wird, steht noch nicht fest. Käuffer: „Es wird umfangreiche Nachbesprechungen geben, danach werden wir neu abwägen und entscheiden. Wie diese Entscheidung aussehen wird, kann ich heute noch nicht sagen.“ Gleichwohl, auch das sagt die Rechtsdezernentin, sei es Aufgabe der Stadt, Veranstaltungen für alle Altersgruppen anzubieten. „Für die 20- bis 30-Jährigen“, betonte Käuffer, „war ‚Nibirii’ sicher eine tolle Sache. Und wir sprechen insgesamt nur von fünf Veranstaltungen am Badesee im Jahr.“

Das sind neben dem Techno-Festival das „Summer Brass“-Festival von Düren Kultur mit „Bläck Fööss“ und „Querbeat“, das Konzert mit Wincent Weiss und die Party „Endart goes Badesee.“ Käuffer: „Ich denke, dass ist das Maximum, was am Badesee stattfinden sollte.“

Beschwerden – zumindest in den sozialen Medien – hat es am Wochenende auch wegen des dreitägigen Maifestes in Oberzier gegeben. „Eine offizielle Beschwerde liegt uns nicht vor“, sagt Dirk Lauterbach, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters in Niederzier. Natürlich könne er es verstehen, wenn Leute sich aufgrund eines erhöhten Lärmpegels belästigt fühlten. „Gleichzeitig geht es bei Maifeierlichkeiten aber um Heimatbräuche, die wir fördern möchten.“ Zudem seien die erlaubten Grenzwerte eingehalten worden. Auf dem Festplatz in Oberzier, der übrigens mitten in einem Gewerbegebiet läge, ergänzt Lauterbach, gäbe es im Jahr fünf Veranstaltungstage. „Maiversteigerung, Maifest und Oktoberfest“, sagt Lauterbach. „Mehr ist das nicht.“

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