Heimbach: Klosterkirche der Abtei Mariawald wird 500 Jahre alt

Heimbach: Klosterkirche der Abtei Mariawald wird 500 Jahre alt

Die Erbsensuppe von der Abtei Mariawald ist weit über die Grenzen der Region hinweg bekannt. Und auch ziemlich beliebt. Und auch sonst ist das kleine Trappistenkloster in der Eifel vielen Menschen ein Begriff.

Jetzt feiert die schöne Abteikirche ihren 500. Geburtstag. Mit einem festlichen Hochamt am Sonntag, 13. November, um 10 Uhr.

Die kleine, schlichte Klosterkirche auf dem Höhenrücken des Kermeters ist immer noch Ziel vieler Pilgerinnen und Pilger - auch wenn das Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes schon vor über 200 Jahren in die Klosterkirche St. Clemens in Heimbach umgezogen ist.

Und die Menschen kommen bei weitem nicht nur zum Erbsensuppenessen oder zum Einkaufen im Klosterladen nach Mariawald. Sie genießen vielmehr auch die besondere Atmosphäre von Andacht und Stille, genießen die Ruhe, sprechen ein Gebet.

Sehr bewegte Geschichte

Die Klosterkirche, die in ihrer Einfachheit genau dem strengen Leben der Trappistenmönche entspricht, blickt auf eine sehr bewegte Geschichte. 1824 war die Kirche zum Beispiel abgerissen worden. Die Franzosen hatten das Gotteshaus während der napoleonischen Besetzung des Rheinlands den Zisterziensermönchen abgenommen und an weltliche Besitzer verkauft.

Später besiedelten Trappisten aus Oelenberg im Elsass das Kloster und bauten auch die Kirche wieder auf, aber im Laufe der Geschichte wurden die Mönche aus Heimbach noch mehrfach vertrieben, zum Beispiel im Zuge des Kulturkampfes gegen die Katholiken unter Reichskanzler Otto von Bismarck. Während der grausamen Hitler-Diktatur diente das Kloster als Lager für Arbeiter, die den Westwall bauen mussten. 1964 war der Wiederaufbau der Kirche nach dem Krieg vollendet.

Dabei hatte die Geschichte der Klosterkirche in Mariawald so unglaublich schön begonnen: Der Heimbacher Dachdecker Heinrich Fluitter hatte in Köln eine Statue der Schmerzhaften Muttergottes gekauft. Eigentlich wollte der arme, aber sehr fromme Handwerker die Pietà im ausgehöhlten Baumstamm einer Buche am Amselbach aufstellen. Die Legende erzählt aber, dass Fluitter die Muttergottes weit davon entfernt auf einem Dornbusch wiederfand - und genau hier steht heute die Abtei Mariawald.

Für Heinrich Fluitter war der neue Standort der Pietà ohne Zweifel eine göttliche Fügung. Und so ergab sich dann der Rest. Ein Heimbacher Pfarrer nutzte 1479 sein komplettes Erbe um eine erste Kapelle am Fundort der Marienfigur zu bauen. 1411 kamen die Zisterzienser aus Bottenbroich nach Heimbach und bauten später eine Kirche aus Stein.

Das Gnadenbild wurde knapp 400 Jahre später, im Juni 1804, von Pater Edmund Ossen, einem der letzten Zisterzienser von Mariawald, dem Pfarrherrn von Heimbach übergeben. Erst fand die Pietà in der alten Pfarrkirche St. Clemens ihren neuen Platz, seit 30 Jahren steht sie in dem unter Pfarrer Josef Olivier errichtetem modernen Gebäude von St. Salvator, und ist Ziel vieler Wallfahrer.

Und das nicht nur während der Heimbachoktav im Sommer, sondern während des ganzen Jahres. Auch der Schnitzaltar mit reichem Bildwerk, der immer schon viele Menschen begeistert hat, ist mit in die Heimbacher Pfarrkirche umgezogen.

Begangen wird das 500. Jubiläum der Abtei Mariawald, zu der heute nur noch neun Mönche mit Dom Josef Vollberg an der Spitze gehören, ruhig und schlicht. Die Mitglieder des Fördervereins haben aber eine kleine Ausstellung über die Geschichte der Abtei vorbereitet, die am Jubiläumswochenende, 12. und 13. November, in der Pforte des Klosters gezeigt wird. Außerdem soll noch in diesem Jahr mit der Restaurierung der frei stehenden Kapellen im Bereich des Kreuzweges begonnen werden.

Eine Privataudienz bei Papst Benedikt in Rom

Dom Josef Vollberg wurde am 26. Januar 2007 zum Abt von Mariawald geweiht. Ein Jahr später gewährte Papst Benedikt ihm eine Privataudienz. Das Oberhaupt der katholischen Kirche gestattete ihm, die Messe in der überlieferten Form zu feiern und die strengen Regeln des Zisterzienserordens wieder einzuführen.