Nideggen: Kletterwald: Kritische Stimme der Bezirksregierung

Nideggen: Kletterwald: Kritische Stimme der Bezirksregierung

Eine interne Stellungnahme der Bezirksregierung Köln zum Kletterwald sorgt für Aufregung in Nideggen. In dem Schreiben kommt das Fachdezernat für Natur- und Landschaftsschutz zu der Einschätzung, dass das Kletterwald-Projekt im Bereich Eschauel „aus hiesiger Sicht nicht zu befürworten“ sei.

Bei dem Schreiben handelt es sich um eine Stellungnahme des Fachdezernats an das für das Projekt federführend zuständige Dezernat Regionalplanung. Erhalten hatte das Schreiben Nideggens Fraktionsvorsitzender Wolf Dieter Kess, wie er sagt anonym auf seinem Faxgerät. Kess gilt als Gegner des Projektes. Er reichte den Brief an CDU, Unabhängige, Grüne und die „Menschen für Nideggen“ weiter. Deren Fraktionsvorsitzender Erwin Fritsch machte es öffentlich und fordert nun in einem Antrag an die nächste Hauptausschusssitzung, die Bezirksregierung über die Weitergabe zu informieren.

Bürgermeister Marco Schmunkamp (parteilos) war das Schreiben bis dahin nicht bekannt: „Es lag unserer Verwaltung nicht vor. Wir wissen aber, dass es innerhalb der Bezirksregierung unterschiedliche Auffassungen zu dem Projekt gibt.“ Dirk Schneemann, Sprecher der Bezirksregierung, verweist ebenfalls darauf, dass es sich um ein internes Schreiben handele, „das noch keine Entscheidung vorwegnimmt. Es ist ein ganz normaler Vorgang, dass das federführende Fachdezernat Stellungnahmen einholt.“ Schneemann hält es für „unglücklich, dass dieses Schreiben vor Ort nun instrumentalisiert wird“. Zudem sei es „kontraproduktiv, wenn es nicht im Kontext der anderen Stellungnahmen erscheint“. Daran, gesteht er ein, ist die Behörde selbst aber nicht ganz unschuldig. „Es hat bei uns eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz gegeben. Daraufhin haben wir entschieden, dieses Schreiben zur Verfügung zu stellen.“

(bugi)
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