Kleinhau: Kleinhau rüstet sich für den Wettkampf der Schulen

Kleinhau: Kleinhau rüstet sich für den Wettkampf der Schulen

„Wir beobachten sehr aktiv, was um uns herum passiert”, sagt Axel Buch, Bürgermeister von Hürtgenwald.

Der Rat hatte ihm jüngst einstimmig den Auftrag erteilt, alles soweit vorzubereiten, dass 2011 ein Antrag auf Einrichtung einer Gemeinschaftsschule gestellt werden kann, falls - was noch nicht sicher ist - das Ministerium die Option in 2011 nochmals ermöglichen sollte.

Ein ungewöhnlicher Auftrag, „aber viel brauchen wir da nicht zu machen”, sagt Buch. Hauptschule und Realschule in Kleinhau bilden jetzt schon einen Gesamtkomplex. Es müsste nur eine Mensa gebaut werden und mit dem Gymnasium in Vossenack verabredet werden, dass die besten Schüler der Gemeinschaftsschule bei Bedarf zum Gymnasium wechseln können, ist Buch überzeugt. Nur: Beide Schulen haben derzeit und auch bis 2016 aller Voraussicht nach noch ausreichend Schüler, um auch allein bestehen zu können.

Professor Reinhard Odoj, Chef der CDU-Mehrheitsfraktion im Rat, hat ebenfalls die Nachbargemeinden im Blick. Man müsse „beobachten, was Simmerath und Kreuzau machen”. Sollten dort Gemeinschaftsschulen eingerichtet werden, könnten die, salopp gesagt, der Gemeinde Hürtgenwald Schüler wegnehmen. Von „Schulkannibalismus” war in diesem Zusammenhang die Rede.

Schulen sind für die Gemeinden Standortvorteile. Junge Familien siedeln sich gern da an, wo es ein ortsnahes, breites Angebot an Schulen gibt. So kämpfen die Gemeinderäte für ihre Schulen, wollen notfalls zwei kleine zu einer Gemeinschaftsschule zusammenlegen. Rainer Polzenberg, Chef der SPD-Fraktion im Rat: „Wenn es unserer Hauptschule und der Realschule nützt, wäre ich kein Gegner einer Zusammenlegung.” Die Politik, die die Angelegenheit letztlich entscheiden muss, ist sich einig.

Jugendliche aus der Gemeinde Hürtgenwald, aber auch solche aus Birgel, Kufferath, Ober- und Untermaubach, Lammersdorf und Rollesbroich gehen in Kleinhau zur Schule. Real- und insbesondere Hauptschule genießen einen guten Ruf. Für beide Schulen gibt die Gemeinde knapp 1,7 Millionen Euro pro Jahr aus. „Ein dicker Batzen”, so Buch, und es sei trotzdem „nie genug”.

Bei Eingangsklassen mit nur 16 Jugendlichen gebe es weniger Lehrer, gleichzeitig müsse die Gemeinde ein Riesen-Raumangebot sowie Fahrten zur Schule finanzieren, dazu die Schule mit Lernmitteln ausstatten. „Nicht zu schaffen”, er teilt der Bürgermeister dem Ruf nach kleinen Klassen in kleinen Schulen eine Absage. „Wir werden uns im Kreis einigen müssen”, so Buch, der vom „Schulkannibalismus” zumindest in Hürtgenwald noch nichts verspürt hat.

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