Resolutionen im Niederzierer Rat und im Kreistag: Klares „Nein“ zur vierspurigen B56

Resolutionen im Niederzierer Rat und im Kreistag : Klares „Nein“ zur vierspurigen B56

Wenn es um den vierspurigen Ausbau der B56 zwischen Huchem-Stammeln und Jülich geht, kann Hermann Heuser (SPD) nur noch den Kopf schütteln: „Wer gräbt diese Idee eigentlich immer wieder aus“, fragt sich Niederziers Bürgermeister. Schon die Tatsache, dass das 52-Millionen-Projekt im Bundesverkehrswegeplan 2030 steht, ist für ihn nicht nachvollziehbar.

Dass er es jetzt über die Empfehlungen der Kohlekommission und der Zukunftsagentur Rheinisches Revier bis ins Eckpunktepapier des Bundeskabinetts für ein „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ geschafft hat, sei absurd. „Denn der Ausbau ist faktisch unmöglich“, betont Heuser mit Blick auf die engen Durchfahrten in Huchem-Stammeln und Selhausen. Es ärgert ihn, dass die Politik vor Ort nie zu dem Thema befragt wurde.

Daher unterstützt Heuser eine von der Niederzierer CDU-Fraktion geforderte Resolution gegen den vierspurigen Ausbau, die er am Donnerstag kurz vor der Ratssitzung noch auf die Tagesordnung setzte. Damit kam die CDU der Niederzierer SPD zuvor, die den Ausbau ebenfalls strikt ablehnt. In der einstimmig vom Gemeinderat verabschiedeten Resolution fordert die Niederzierer Politik, dass die für den vierspurigen Ausbau vorgesehenen 52 Millionen anderweitig im Kreis Düren investiert werden, „beispielsweise in eine gute Breitband-, Glasfaser- oder Mobilfunkabdeckung, alternative Formen der Mobilität durch gute Verbindungen im ÖPNV sowie in Arbeitsplätze, die unbedingt zur Bewältigung des Strukturwandels benötigt werden“.

Abgelehnt wird der vierspurige Ausbau auch von der Mehrheit im Kreistag. In einem gemeinsamen Antrag fordern die Fraktionen von CDU, Grünen, Linke und UWG-Piraten, dass die Bundesregierung den Ausbau der B56 zwischen Düren und Jülich aus dem Bundesverkehrswegeplan herausnehmen soll. Stattdessen sollen die Mittel für den Bau der B399/Nordumgehung Düren verwendet werden heißt es in dem Papier, das am 4. Juli verabschiedet werden soll. Zum einen sei die Staugefahr auf der B56 gering, zum anderen würde die B399 zu einer erheblichen Verkehrsentlastung in Düren führen und die Stickoxid-Belastung senken.

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