Kreuzau: Kita „Rurmäuse“: Eine gemütliche Kindertagesstätte aus Containern

Kreuzau : Kita „Rurmäuse“: Eine gemütliche Kindertagesstätte aus Containern

Dass eine Begrüßungsrede von Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) von lautem Weinen begleitet wird, dürfte wohl eher selten vorkommen. Aber ein paar wenige Kinder der Kita „Rurmäuse“ ließen ihren Gefühlen freien Lauf. Das dürfte sicherlich wenig mit der Rede zu tun gehabt haben — denn die hatte einen freudigen Anlass. Gestern wurde die neue Kindertagesstätte „Rurmäuse“ in Kreuzau offiziell eröffnet.

Es ist der vorläufige Standort für die bisher 41 Kinder ab dem ersten Lebensjahr. Das provisorische Gebäude, das aus 32 Containern auf einer Fläche von 444 Quadratmetern besteht, soll nur wenige Jahre die bisher drei Kita-Gruppen beherbergen. Danach sollen alle in eine eigens gebaute Einrichtung umziehen. „Ich kann Ihnen versichern, dass dieses Provisorium maximal zwei bis drei Jahre andauern wird “, sagte Spelthahn in seiner Rede, und führt weiter aus: „Wir haben bereits ein Grundstück in Aussicht und werden zeitnah mit der Einrichtung der vier-gruppigen Kita beginnen.“

Von außen sehen die weißen Container wenig schmuckvoll aus, dafür ist es innen umso liebevoller und gemütlich eingerichtet — mit vielen Kinderbildern, selbst gebastelten Postern, bunten Fenstergirlanden und Holzmöbeln. Kein Gefühl von Improvisation. Gruppenräume, Büros, Schlafräume, Badezimmer und Küche wurden komplett neu angeschafft.„Wir haben darauf geachtet, dass alles von guter Qualität ist und wichtigen Standards entspricht“, sagte Elke Ricken-Melchert vom Trägerverein „Kindertagesbetreuung Kreismäuse“. Für diese Grundausstattung gab es vom Kreis Düren einen Zuschuss von 157 500 Euro.

Innerhalb von drei Monaten wurde die neue Tagesstätte realisiert. Aber nicht nur das Gebäude ist neu, auch die Kinder und die acht Mitarbeiter bei den „Rurmäusen“ sind vor gut einem Monat das erste Mal zusammengekommen.

Die Leiterin, Beate Hahn, freut sich über ihre neue Arbeitsstätte. „Ich bin sehr dankbar über die gute Zusammenarbeit aller Verantwortlichen. So ein Neustart ist immer eine Herausforderung“, sagte die 48-Jährige. In ihrer Rede während der Eröffnungsfeier — bei der sie extra am Boden bei den Kindern sitzen blieb — war sie sichtlich gerührt und betonte: „Ich habe Gänsehaut. Ich bin sehr stolz auf die Leistung meines Teams und bedanke mich vor allem für das Vertrauen der Eltern.“

Nach der Rede von Hahn übernahm Diakon Joscha van Riesen die Einsegnung und betete, dass die Kinder sich angenommen fühlen und ihre individuellen Fähigkeiten hier aus- und für den Rest ihres Lebens aufbauen werden. So lebendig wie die Kinder gestern waren, dürfte das kein Problem sein. Denn neben den paar Tränchen vom Anfang, waren einige interessierte Kinderaugen zu sehen und ganz viele lachende Gesichter.

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