Düren: Kirschkernspuck-Weltmeister gekürt

Düren: Kirschkernspuck-Weltmeister gekürt

Zwei Meter Anlauf, dann tief in die Knie gehen, Zunge rollen und dafür sorgen, dass der Stein früh auf die Bahn kommt und noch weit rollen kann. Wenn Thomas Brübach erklärt, wie man Weltmeister im Kirschkern-Weitspucken wird und den kleinen Stein mal eben schlappe 19,69 Meter über die Bahn katapultiert, klingt das ziemlich einfach.

Aber irgendwie war es auch kein Wunder, dass der 40-Jährige am Samstag Nachmittag zum zweiten Mal in Folge die 34. Weltmeisterschaften im Kirschkern-Weitspucken gewonnen hat.

Der Mann war amtierender Weltmeister, amtierender Deutscher Meister, trainiert und verbessert regelmäßig seine ausgefeilte Technik und kommt zudem aus der „Hauptstadt der Kirschen”, nämlich aus Witzenhausen in Nordhessen.

Ach ja, und adeligen Beistand hatte er sich auch mitgebracht: Erstmalig war bei der WM in Düren Kirschenprinzessin Johanna Oesterheld (17) mit von der Partie.

„Der Wettbewerb ist sehr spannend. Ich finde es toll hier in Düren”, so die hübsche Prinzessin. Weniger toll war am Samstag Nachmittag in Düren das Wetter.

Konnten alle Vorrunden-Spuck-Kämpfe und auch die Endrunden bei den Junioren und Damen noch trocken über die Bühne, oder besser über die rote Spuck-Bahn gehen, musste der Endkampf der Herren leider ausfallen. Der Regen war zu stark. „Der Kern rollt ja dann auch nicht mehr”, so Moderator Robert Wirtz.

„Das hat keinen Sinn.” Vor drei Jahren hätte man schon einmal so ein Pech mit dem Wetter gehabt. Der Veranstaltung hat es keinen Abbruch getan, Athleten wie Zuschauer hatten jede Menge Spaß.

„Und das ist ja auch das Schöne am Kirschkern-Weitspucken”, so der neue und alte Weltmeister. „Das macht jede Menge Spaß. Und jeder kann mitmachen. Man muss nur aufpassen, wenn man zu viel trainiert. Die Kirschen schmecken irgendwann nicht mehr wirklich gut, und manchmal gibt es auch Durchfälle.”

Übrigens hatte Thomas Brübach in Düren eine ziemlich starke Konkurrenz: Der Ex-Dürener und Weltrekordhalter (21,71 Meter) Oliver Kuck war am Samstag am Start, genau wie Hans-Peter Iven und Wolfgang Schlepütz aus Nideggen.

Für Schlepütz reichte es am Samstag mit 15,86 Metern zu Platz zwei, dritter wurde Sascha Aßelhoven aus Binsfeld mit 15,82 Metern. Etwas Pech hatte Thomas Brübachs Sohn Wilko.

Der verbesserte sich in der Endrunde der Herren von 13,90 Meter auf 16,76 Meter und hätte somit hinter seinem Vater Platz zwei „erspuckt”. Wegen des schlechten Wetters konnte der Versuch leider nicht gewertet werden, Wilko Brübach freute sich aber über einen Sonderpreis.

Bei den Damen hatte Uta Koch aus Kreuzau die Nase vorn (13,42 Meter), zweite wurde Conchita Kohler aus der Schweiz (13, 38 Meter), Platz drei ging an Irene Holle aus Düren (13 Meter).

Bei den Junioren (bis 15 Jahre) gewann Patrick Schaber aus Düren (16,08 Meter) vor Dennis Uhlemann (11,85 Meter) und Sarah Loosemann (9,93 Meter) aus Wachtendonk.

Die Gewinner des Wettkampfes freuten sich über einen Pokal - gestiftet von den „Dürener Nachrichten”, im Erwachsenenbereich winkten zudem Preisgelder in Höhe von 100, 50 und 25 Euro, bei den Junioren gab es 25, 15 und 10 Euro „Kirmesgeld” .

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