Kinkels Woche: Vorn Herrn Nakaki und einem Friedensprojekt

Kinkels Woche : Japaner in Heimbach und tolle Musik

Wissen Sie, was der Ur-, Ur-, Ur-Großvater des MP-3-Players ist? Oder was für die berühmte Cellistin Tanja Tetzlaff toller ist als Ostern, Weihnachten und Geburtstag zusammen? Oder warum ein 94-jähriger Belgier 600 Gymnasiasten zum Jubeln bringt? Antworten auf alle diese Fragen hat „Kinkels Woche“. Aber lesen Sie selbst.

Wenn Takao Nakaki vom Kammermusikfestival „Spannungen“ erzählt, wirkt der 71-Jährige fast schon ein bisschen ehrfürchtig. Nakaki ist Japaner und großer Fan der Heimbacher Musikwoche. So großer Fan, dass er bereits zum zweiten Mal nur wegen „Spannungen“ aus Kyoto in die Eifel gekommen ist und keines der zwölf Konzerte verpasst. Herr Nakaki ist genauso, wie ich mir einen typischen Japaner vorstelle: ruhig, sehr höflich, einfach sympathisch. Und am Ende des Gespräch ist auch noch mein letztes Japaner-Vorurteil bestätigt worden: Als Herr Nakaki gefragt hat, ob er von mir auch ein Foto machen darf... Er durfte natürlich!

Apropos „Spannungen“: Für mich ist das Kinderkonzert einer der Höhepunkte des Festivals. Es ist einfach schön zu sehen, wie aufmerksam 500 Jungen und Mädchen sein können, wenn Tanja Tetzlaff mit ihrem Cello ein Stück von Johann Sebastian Bach spielt. Und es ist mindestens genau so schön zu erleben, wie begeistert die Profi-Musikerin, die Konzerte auf der ganzen Welt gibt, von Heimbach erzählt. „In Heimbach“, hat Tetzlaff gesagt, „arbeiten wir Künstler wie die Wilden, aber es macht unglaublich viel Spaß, mit tollen Kollegen so tolle Musik zu machen.“ „Spannungen“ sei für sie besser als Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen. Diese Begeisterung ist spürbar, nicht nur beim Kinderkonzert. Beim Kinderkonzert habe ich dann auch gelernt, was der Ur-Ur-Ur-Großvater des MP 3-Players ist. Moderator Malte Arkona, der sonst im Fernsehen beim Kinderkanal „Kika“ arbeitet, hat den Kindern erklärt, was ein Grammophon ist und ist so auf den Ur-, Ur-Ur-Großvater des MP-3-Players gekommen.

Begeisterung versprüht auch Heidi Hardacker, Leiterin der Matthias-Claudius-Schule in Birkesdorf, wenn sie von ihrer Arbeit mit den Hauptschülern erzählt. Es sei absolut erfüllend, junge Menschen ein Stück zu begleiten, hat Hardacker gesagt. Und es seien gerade die Kinder mit größeren Problemen, die ihr besonders stark in Erinnerung blieben. „Probleme sind da, um sie zu beseitigen“, sagt Hardacker. „Daran müssen wir gemeinsam mit unseren Schülern arbeiten.“

Die Vossenacker Gymnasiasten haben in dieser Woche ein eindrucksvolles Zeichen für den Frieden gesetzt. Vom Soldatenfriedhof, der in unmittelbarer Nachbarschaft zu ihrer Schule liegt, haben die Jugendlichen Ballons steigen lassen – nachdem der heute 94-jährige Viktor Neels, Anführer der belgischen Resistance im Zweiten Weltkrieg, den Schülern sehr eindringlich klar gemacht hat, warum Frieden so wichtig ist. „Wir wollen gemeinsam leben, feiern und tanzen, das geht im Krieg nicht.“ Neels Worte sind so einfach, fast schon banal, aber sie sind absolut treffend.

Ich bin ja manchmal froh, dass wir das Wetter haben – weil das Wetter immer ganz wunderbaren Gesprächsstoff bietet. Und ja, die Hitze in dieser Woche war wirklich unerträglich. Obwohl – mit viel Eis (unser Chef hat diese Woche für vannillige und schokoladige Abkühlung gesorgt), Russischem Zupfkuchen aus dem Kühlschrank, gaaaaanz viel Wasser und einem schattigen Plätzchen lässt es sich wirklich gut aushalten. In diesem Wetter: Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ein schönes Wochenende. Bis nächsten Samstag!

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