Kinkels Woche: Volleyballer, Demografie und Alkoholverbot

Kinkels Woche : Von Demografie und Alkoholverbot

Die Woche in der Lokalredaktion war wieder sehr abwechslungsreich, aber irgendwie überschattet von den schrecklichen Ereignissen in Halle.

Das Thema, das wahrscheinlich auch die Menschen in Düren in dieser Woche am meisten bewegt hat, waren die schrecklichen Anschläge in Halle auf die dortige Synagoge. Zwar gibt es in Düren kein jüdisches Gotteshaus mehr, aber sehr wohl Menschen jüdischen Glaubens. Mit einem von ihnen habe ich am Freitag gesprochen. Schlimm genug, dass der Mann sich nicht traut, seinen Namen öffentlich zu nennen. Erschüttert hat mich aber seine völlig emotionslose Aussage: „Es war nur eine Frage der Zeit, bis das in Deutschland passieren musste.“

Vermutlich gibt es nicht nur schwarz oder weiß. Richtig ist: Seitdem in der Dürener Innenstadt das Alkoholverbot gilt, hat sich die Aufenthaltsqualität dort schon verbessert. Das ist sicher ein persönliches Gefühl, das sagen aber auch viele Geschäftsleute. Gleichwohl, und das war von Anfang an zu erwarten, sind die Menschen, die in der Öffentlichkeit Alkohol konsumieren, nicht plötzlich verschwunden. Sie treffen sich an der Violengasse, in dem kleinen Park am Pletzerturm, aber auch im Theodor-Heuss-Park am Bismarck-Quartier und im Langemarck-Park am Haus der Stadt. Dass das Alkoholverbot, gerade auch wegen der vielen Schüler, die täglich dort vorbeikommen, auf den Theodor-Heuss-Park ausgeweitet wird, ist nachvollziehbar. Dass auf der gepflasterten Fläche vor dem Haus der Stadt demnächst nicht mehr getrunken werden darf, auf den benachbarten Grünflächen allerdings sehr wohl, habe ich zunächst für einen schlechten Scherz gehalten. Okay, saufen auf dem weichen Rasen ist sicherlich bequemer. Aber stärkt es wirklich das Sicherheitsempfinden der Bürger, wenn die zulässige „Trink-Zone“, wie ich es nennen möchte, sich um ein paar Meter verlagert? Gut ist, dass eine Streetworkerin mit den Betroffenen arbeitet. Das bringt am Ende (hoffentlich) den größten Erfolg.

„Düren wird älter und bunter“, hat Dürens Demografiebeauftragter in dieser Woche gesagt und gefordert, dass der demografische Wandel Bestandteil aller Entscheidungen und Planungen in der Stadt Düren wird. Damit hat er Recht. Vor allem wird es sehr wichtig sein, mehr Verbindungen zwischen den Generationen zu schaffen. „Wir müssen reden“, heißt ein Format, das Becker in Düren ins Leben rufen will. Und es stimmt: Alt und Jung müssen reden, damit Vorurteile abgebaut werden und mehr Miteinander entsteht.

Manchmal genügt ein Videotelefonat im Internet. Auf der Suche nach einem neuen Co-Trainer sind die Verantwortlichen der Dürener Powervolleys auf den Spanier Jorge Rodriguez gestoßen. Der saß vor seinem Rechner in Izmir, weil er noch beim dortigen Volleyballverein unter Vertrag stand. Die anderen saßen vor einem Laptop an der Rur. Trotzdem waren beide Seiten sofort voneinander überzeugt, und das hat sich auch beim ersten persönlichen Treffen bestätigt. „Es passt“, hat Rodriguez gesagt. Und genau wie Cheftrainer Stefan Falter, die 13 Spieler und die vielen Fans freut er sich total, dass am Donnerstag die neue Saison mit einem Heimspiel gegen Königs Wusterhausen endlich losgeht.

Ihnen und Ihren Lieben wie immer ein schönes Wochenende. Genießen Sie das goldene Herbstwetter. Bis nächsten Samstag!